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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 11-12 (1862) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
11-12 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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171 Jahres oder Neujahr kann doch nicht erst im siebenten Monat stattfinden , sondern geschieht nothwendiger und natürlicher Weise an dem ersten Tage des ersten Monats. Der erste Monat im jüdischen Jahre ist aber der Monat Nisan, in welchem das Osterfest gefeiert wird, wie aus so vielen Stellen in den Schriften Mofis klar zu ersehen ist und auch Jedermann zugeben muß. So heißt es z. B. in demselben oben angeführten Kapitel 3. Mos. 23, 5: „Am vierzehnten Tage des ersten Monats zwischen Abend ist des Herrn Paffah." Der erste Tag des siebenten Monats, oder was unsre heutigen Juden Neujahr nennen, heißt im Moses: „Der heilige Sabbath des Blasens" und 4. Mos. 29, 1: „der Trompeten-Tag." Was hat nun aber das rabbiuische Judenthum aus diesem einfachen „Trompeten-Tage" gemacht?! Dieser Tag ist nach der Lehre der Rabbinen nicht nur der Neujahrstag, sondern auch ein Tag des Gerichts, an welchem, nach der Lehre des sogenannten mündlichen Gesetzes, die Sünden eines jeden Weltbewohners gegen seine Verdienste abgewogen werden. Jeder, dessen Verdienste seine Sünden überwiegen, ist ein Gerechter und wird zum Leben gesiegelt; der aber, dessen Sünden seine Verdienste überwiegen, ist ein Bösewicht und wird zum Tode bestimmt. So wenig die Bibel den ersten Tag des siebenten Monats als Neujahrstag kennt, so wenig weiß sie auch davon, daß er ein Gerichtstag sei. Gott der Herr ist ein gerechter Richter. Er hat auch schon manches Gericht gehalten; hält auch zu verschiedenen Zeiten über Völker oder Städte oder einzelne Menschen Gerichte. Aber solche Ideen und Gedanken, wie das rabbinische Judenthum dem Herrn und Richter alles Fleisches zuschreibt, liegen dem Worte Gottes, wie es in Mose und in den Propheten verzeichnet ist, fern. In diesem untrüglichen Worte der Wahrheit ist nun und nimmer die Rede davon, daß ein Mensch mehr Verdienste als Sünden habe, noch daß er auf diese Weise, wenn nämlich seine Verdienste seine Sünden überwiegen, ein Gerechter vor Gott werden könne. Die heilige Schrift bezeugt vielmehr, daß wir allzumal Sünder sind, daß da nicht ist, der gerecht sei auch nicht Einer, und daß Keiner von allen Heiligen und Gerechten, weder Abraham noch Jesaias, noch Daniel, kurz Keiner mehr Verdienste 12*

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