Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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165 der Priester (dem Zeichen einer unveränderten Freundschaft) Abschied von ihnen. Die Nachricht von unserer Ankunft in Genda, die sich mit einer unglaublichen Schnelligkeit durch die verschiedenen nahen und entfernteil Districte verbreitete, verursachte einen großen Zusammenlauf von Felaschas an dem Orte, wo wir unser Lager aufgeschlagen hatten. Da unser Zelt zu klein war, die vielen Priester und ihre Begleiter aufzunehmen, so wählten wir den dunklen Schatten eines Baumes vor demselben — dem gewöhnlichen Gerichtshof der Rechtsverwalter in Genda, zum Orte unserer Versammlung und Unterredung. Diese Versammlungen im Freien drohten jedoch bald sehr stürmisch und leidenschaftlich zu werden, wegen des großen Zusammenlaufs von christlichen Debterahs und Priestern, welche dies für eine vortreffliche Gelegenheit zur Schaustellung ihrer Tapferkeit und polemischen Scharfstnnigkeit gegen die ungläubigen Felaschas hielten. Um dem Lärm und Streit ein Ziel zu setzen, stellten wir einige von unfern eigenen und des Abunas Leuten um das grüne Dach herum, und diese zusammen mit den verschiedenen christlichen Debterahs, welche wir in unser« Dienst genommen hatten, hielten die wilde und ungestüme Menge in vollkommner Ordnung und Ruhe. Die Felaschas mit ihren schwarzen, glänzenden Augen, die auf uns gerichtet waren, saßen bewegungslos gleich Statuen da, während wir uns über verschiedene Stellen der Schrift ausbreiteten, zum Beweise für die Wahrhaftigkeit unsers Glaubens und dessen Angemessenheit, den Bedürfnissen des hungernden Herzens und den Vorwürfen des schuldigen Gewissens zu begegnen. Dann sprachen wir über das Geheimniß der Dreieinigkeit, und ohne die Gemüther mit metaphystischen Spitzfindigkeiten und seinen Schlüffen zu beschweren, erklärten wir ihnen die verschiedenen Weissagungen, welche die Ankunft deS Erlösers verkündigten, wandten uns dann zu den vielen Wundern, welche seine Mission bezeugten, und gaben endlich eine Beschreibung seiner Leiden und seines Todes, damit die Sünde vernichtet und der Sünder erlöst werde. Man drang nun in de» Debterah Boron, den verständigsten Mann unter den Felaschas, daß er auf unsere Darstellung antworten möchte; aber da jede Einwendung, die er