Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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162 schast endlich beisammen, und wir machten uns nun ohne Verzug auf den Weg nach Fenga. Zwei Priester, die uns begleitet hatten, fanden hier noch mehrere, welche der Priesterkaste angehörten. Einer von diesen, ein roher, wild und fanatisch aussehender Mönch, mit einem verächtlichen Grinsen, das seinem schwarzen Gesichte und großen Munde einen höchst abstoßenden Ausdruck gab, erzählte uns mit stolzer Miene und Selbstgefälligkeit die Geschichte des Auszuges der Kinder Israel aus Egypten und die Wanderung der zwölf Stämme, deren Namen er aber unglücklicher Weise nicht nennen konnte. Ich sagte ihm, daß in unserm Lande ein kleines Kind all diese Dinge wisse, und verwies ihn auf Hosea 3, 4. 5 um seine rollende und geläufige Zunge zum Schweigen zu bringen. Er sähe nun, daß wir auch mit der Bibel bekannt wären, und da er eine Bloßstellung seiner Unwissenheit in Gegenwart Anderer fürchtete, so forderte er uns höflich ans, ihn in seiner Wohnung zu besuchen und eilte davon. Während wir uns so mit diesen Priestern unterhielten, sandte unS der Archidiakonus von Fenga ganz unaufgefordert in der freundlichsten Weise einen Krug Buza, und dies zusammen mit etwas Teffbrot stärkte unsere hungrigen Begleiter und machte sie willig nach Genda zu eilen, das wir auch nach einem Marsche von zwei Stunden über eine traurige und ermüdende Fläche erreichten. Abuna Salama, dem der ganze Distrikt gehört, hatte schon seinen Schum oder Statthalter von unserm beabsichtigten Besuche benachrichtigt, und wir hatten demnach keine Mühe, für unsere Maulthiere und Bedienung unter den bevorrechtigten und bekanntlich ungastfreundlichen Bewohnern von Genda Unterkommen zu finden. Da die Häuser in Abysflnien keinen sehr bequemen und angenehmen Aufenthalt für den Fremden darbieten, dessen Haut für die Stiche und Bisse aller Art von Gewürm und Insekten noch nicht undurchdringlich geworden ist, so fühlten wir uns veranlaßt, unsere Wohnung lieber in unserm Zelte, mitten unter dem Geheul der Hyänen und knurrenden Leoparden als in dem sicheren Aufenthaltsorte einer Hütte aufzuschlagen, welche von alle dem wimmelt, was die Lehre vom Ungeziefer bisher noch aufgezählt hat. Während die Neuigkeit von unserer Ankunft von einer Niederlassung zur andern und von