Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gnadenwaffe des Gebets ihn erringen, wen dieser Geist erleuchtet habe, der erkenne in einer solchen Thatsache Gottes die Liebe, welche höher ist als alle Vernunft, und finde eS an seinem Herzen als Wahrheit bestätigt, daß Christus unsere Sünde selbst geopfert habe an seinem Leibe auf dem Holze. Zu Gemüthe führte ich es dem Herrn ..., daß in dem A. T. so viele Beispiele vorhanden seien, aus welchen dentlich hervorgehe, daß der Unschuldige dem Willen Gottes zufolge gar oft für den Schuldigen leiden müsse, was williglich zugegeben ward. Dessen ungeachtet ward von dem Rabbiner in beharrlicher Weise behauptet, der Mensch habe nichts weiter zur Tilgung seiner Sünde zu thun als Buße, die Gott gefällig ist, an den Tag zu legen und also ein auftichtiges: „kater peooavi" zu sprechen; dann trete sofort die göttliche Barmherzigkeit ein, die Sünde sei getilgt und abgewaschen, der Mensch sei ausgesöhnt mit Gott. Abgesehen davon, daß solche Aeußerung mit der Lehre des mündlichen Gesetzes nicht übereinstimmt, wie das vr. M’Caul in seinem trefflichen Buche, betitelt: „der wahre Israelit" in überaus ansprechender Weise darthut, so mußte ich überdies noch nachdrücklich die Frage an den Rabbiner richten, ob eS ihm unbekannt sei, wie stch schKN auch nach der Lehre des A. T. in Gott alle Realitäten in der großartigsten Weise concentriren, und auch schon dort jene Liebe Gottes die Hände falten und beten lehren müsse, wenn es aus dem Munde des Evangelisten der Propheten vernommen wird: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß fie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? und ob sie desselben auch vergäße, so will ich Dein doch nicht vergessen, spricht der Herr; wie aber ungeachtet solcher Liebe die Gerechtigkeit Gottes nie verkümmert werden dürfe, weil Gott sonst aufhören würde Gott zu sein, so müsse denn durchaus ein Mittler und Versöhner zwischen dem sündhaften Menschen und dem heiligen Herrn, in welchem wir leben, weben und sind, als der von den Sündern abgesonderte geboren werden. Auf ihn hätten die Opfer des Alten Bundes hingewiesen, alle hohen Feste und heiligen Gebräuche seien Fingerzeige und Wegweiser zum Messias geworden. In der Fülle der Zeiten sei nun der Heiland der göttlichen Zusage gemäß in die Welt gekommen, die trostvolle Ver-