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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 9-10 (1862) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
9-10 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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145 und Reinigen, ein Bilden und Entwickeln verlangt wird. Derselbe Herr sagt aber auch Hesekiel 38-, 26: „ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen," und daS scheint denn doch etwas mehr und Anderes zu sein als ein bloßes Bilden und Entwickeln. Und Joel 2, 13 verlangt derselbe Herr: „Zerreißet eure Herzen, und nicht eure Kleider." Das Zerreißen des Herzens kommt aber doch wohl viel eher dem im neuen Testament geforderten Ausreißen, Abhauen und Tödten oder dem von der rein menschlichen Religion gemißbilligten und verworfenen „Zerstören" gleich, als dem Bilden und Entwickeln. Sollte also mit dem letzten Satz: „der Mensch soll nichts in sich zerstören" ein Streich gegen die christliche Religion zu führen beabsichtigt sein, so wird man aus dem Gesagten erkennen, daß der Schlag zunächst wieder das alte Testament trifft. Wer keine andere und bessere Religion kennt und bekennt, als eine „rein menschliche," die nichts in dem Menschen zerstören lassen will, der ist in einem höchst bedauerlichen Zustande; denn er wird wohl nie dem Herrn das Opfer darbringen, daß ihm allein angenehm und wohlgefällig ist, von welchem der König David sagt: „die Opfer die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du Gott nicht verachten. Psalm 51, 19. Besuch eines Predigers bei einem Rabbiner. Gegen Ende eines der vorigen Jahre fühlte ich mich veranlaßt, dem Rabbiner der hiesigen Judengenoffenschaft ... von dem ich in früheren Zeiten viel Gutes und Liebes gehört hatte, mir auch bemerklich gemacht wurde, daß er in vielen Punkten in Bezug auf das mündliche Gesetz (Tnlmnä) mit seinem Vorfahren in keiner Weise übereinstimme, einen Besuch abzustatten. Da ich ungewiß war, ob derselbe meinen Besuch als den eines christlichen Seelsorgers annehmen würde oder nicht, hielt ich es für rathsam, mich zuvor bei demselben anmelden zu lassen, ließ ihn bitten, mir es nicht übel deuten zu wollen, wenn ich mir die Freiheit

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