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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 9-10 (1862) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
9-10 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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143 äußern Dingen. Ist nun wirklich die Religion der jüdischen Reform „rein menschlich," so kann in derselben doch unmöglich daS zehnte Gebot einen Platz finden. Man weiß aber auch schon lange, daß die Reform Bieles längst preisgegeben hat, warum nicht auch die zehn Gebote oder wenigstens das Eine oder Andere derselben? Der letzte Satz ln dem besprochenen Bekenntnisse, welcher lautet: er — der Mensch — soll nichts in sich zerstören, das Gott ihm gegeben, sondern es bilden und entwickeln zum Höchsten" — ist uns nicht recht verständlich. Was ist denn unter dem von Gott dem Menschen Gegebenen, das nicht zerstört werden soll, zu verstehen? Eine Religion, die den Grundsatz ansstellte, der Mensch solle das, waS Gott ihm gegeben, zerstören, könnte wohl schwerlich darauf Anspruch machen, die wahre Religion zu sein. Das, was Gott uns gegeben, soll der Mensch vielmehr als ein kostbares Kleinod in seinen Händen tragen, um es vor Zerstörung und Verderben zu bewahren, wie der Psalmist z. B. sagt: „ich trage meine Seele immer in meinen Händen." Psalm 113, 103. Leider aber ist bald im Anfänge eine große Zerstörung des von Gott Gegebenen in den Menschen erfolgt, und in dieser Zerstörung ist anderseits ein Etwas in den Menschen gekommen, das nicht von Gott ist. Tenn was Gott dem Menschen ursprünglich gegeben, als er ihn in einem guten Zustande nach seinem Bilde erschuf, das hat er leider nur zu bald zerstört, da er der Verführung durch die Schlange Raum gab, das Gebot feines Gottes übertrat und sündigte. So weit wir freilich die Ansichten und Lehren des „jüdischen Volksblattes" und der allg. Z. d. I. kennen, wird dort diese Verführung des Menschen durch die Schlange, d. i. durch den Satan geleugnet, und was wir Christen den traurigen Sünvensall nennen oder eine Zerstörung der anerschaffenen Unschuld des Menschen, ist nach der Auffassung der genannten Blätter nur eine Entwickelung und Fortbildung des Menschen und seines Geistes. Satan ist der erste Fortschrittsmann. Die That Adams und Evas, zu essen von dem Baum der Erkenntniß des Guten und Bösen ist in den Augen der Reform durchaus keine so böse und sündige wie die heilige Schrift ste darzuftellen pflegt; sondern sie ist etwas von Gott Gewolltes. Indem der Mensch der Schlange folgte, hat er also nur

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