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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 9-10 (1862) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
9-10 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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lautet ein noch späteres Zeugniß Jeremias 13, 23: Kann auch ein Mohr seine Ham wandeln oder ein Parder seine Flecken? So könnet ihr auch Gutes thun, weil ihr des Bösen gewohnt seid." ,UnserS Wissens ist auch die Forderung und der Inhalt der Religion der Reform nicht so großartig, sondern auf die Worte eingeschränkt: „HöreJsrael, der Herr, unserGott, ist ein einiger Herr." 5. Mos. 6,4. Das ist wohl so ziemlich die ganze Summe dessen, was „verlangt" wird wenigstens in Absicht auf die Glaubenslehre. Die Forderung, die sich in 5. Mos. 6,5 unmittelbar an jenes: „Höre Israel" anschließt: „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen," geht offenbar schon weit über das Gebiet deS in der „rein menschlichen" Religion Verlangten hinaus, denn dies ist offenbar schon viel „wehr, als der Mensch leisten kann." Oder meinen etwa die Schreiber solcher Behauptungen: „unsre Religion verlangt viel" u. s. w., daß sie wirklich den Herrn, den Gott Israels, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen zu lieben vermöchten und ihn auch wirklich also liebten? Nach unserer Ueberzeugung stellt uns die Religion Israels in dem heiligen Gesetz eine Regel und Richtschnur hin, wie unser Verhalten beschaffen sein sollte; aber weil wir durch die Sünde geschwächt, untüchtig und verderbet sind, so sind wir außer Stande, den Forderungen des heiligen Gesetzes zu genügen. Diese Forderungen stehen aber da, damit wir wissen sollen, waS der h. Gott verlangt, und damit wir in dem Gesetz als in einem Spiegel auch erkennen, wie weit wir hinter den Forderungen der von Gott geoffenbarten Religion zurückgeblieben sind. Oder, um von keinem andern der zehn Gebote und von keiner anderen Forderung zu reden, wo wäre denn der Mensch der sich erdreisten könnte, zu sagen, er könne das leisten und er leiste auch, was das zehnte Gebot verlangt: „Laß dich nicht gelüsten" —?! Freilich in eine „rein menschliche Religion" wird und kann man eine solche Forderung oder Vorschrift nicht aufnehmen, die über das Innere des Menschen, über Herz, Sinn und Gedanken bestimmt, da wird also auch keine Liebe von Herzen, von ganzer Seele gefordert werden können; sondern da begnügt man sich, wie etwa in „rein menschlichen" Gesetzgebungen mit

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