Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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141 Menschliche. Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht auS. Daher kommt auch die bessere Uebereinstimmung zwischen jüdischer Reform und den sogenannten Lichtfreunden oder Freigemeindlern; daher auch das engere Band zwischen Reformjudenthum und MuhamedanismuS. Andererseits ist es daher auch ganz in der Ordnung, daß diese sogenannte rein menschliche Religion nicht nur das Christenthum, sondern auch die Religion des orthodoxen Zudenthums aufs tiefste verachtet und anfeindet. Das ist also der mächtige nnd gewaltige Riesenfortschritt, der die Reform „auszeichnet," daß sie von Allem, was göttlich ist, sich wegwendet und selbst in der Religion zum rein Menschlichen gekommen ist, daß sie die Verehrung und Hochachtung des Göttlichen verwandelt hat in die Hochachtung deS Menschlichen. Noch ist diese Reform nicht am Ziel, sondern sie ruft nur aus: „Wir schreiten vorwärts." Wohin? die Antwort ist nach dem bisherigen Fortschritt vom Göttlichen zum Menschlichen nicht schwer zu errathen. Die, leider, auf eine so traurige Weise „ausgezeichnete" Religion „verlangt," wie das Bekenntniß weiter sagt, „viel, aber nicht mehr, als der Mensch leisten kann." Worin das „viel" besteht, ist nicht angegeben und uns daher auch nicht bekannt. Wenn aber, wie ausdrücklich hinzugesetzt wird, „nicht mehr verlangt" wird, „als der Mensch leisten kann," so reducirt sich daß großartige „Viel" in ein sehr klägliches Nichts. Wir wollen hier nicht sowohl erinnern an das klare Zeugniß des Erlösers Israels das im neuen Testament steht, da er spricht: „Ohne mich könnet ihr Nichts thun; sondern bei Aussprüchen des alten Testaments stehen bleiben. DaS untrügliche Zeugniß dessen, der nicht stehet, wie ein Mensch, der vielmehr das Herz kennt und also auch am besten weiß, was der Mensch „leisten kann," lautet, wie wir bereits angeführt haben, daß das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens nur böse ist, oder wie derselbe treue und wahrhaftige Zeuge später erklärte durch den Mund Davids Psalm 14, V. S, 3: der Herr schauet vom Himmel aus der Menschen Kinder, daß er sehe, ob Zemand klug sei, und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen, und allesammt untüchtig; da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht Einer." Ebenso