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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 9-10 (1862) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
9-10 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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140 Jrrthum und die in der Menschheit nun einmal doch so reichlich vorhandenen Sünden, Laster und Gottlosigkeiten auch zu dem „Menschlichen zählen und rechnen müssen, so müssen die Bekenner dieser Neformreligion alles Böse in der Welt hochachten." Das Dichten und Trachten deS menschlichen Herzens ist böse und nur böse von Jugend auf, wie daS Zeugniß der Schrift sagt. Das Herz des Menschen ist ein trotziges und verzagtes Ding, oder wie eine jüdische Uebersetzung sagt: Verstockt ist das Herz vor Allem und krank, wer mag es erkennen? Aus diesem Herzen des Menschen kommen, wie der Kenner deö Herzens sagt, böse Gedanken, Mord, Ehebruch u. s. w. Das ist nun doch gewiß alles menschlich, und nach der Reformreligion muß es also auch „hochgeachtet" werden. War es nicht menschlich, daß Kain seinen Bruder Abel tödtete; daß in der ersten Welt der Menschen Bosheit so groß wurde, daß sie sich den Geist Gottes nicht mehr strafen ließen; daß die Einwohner Sodoms alle Greuel der Fleischeslust trieben;'das Pharao die neugebornen Knaben der Israeliten zu tödten befahl; daßJsrael ein goldenes Kalb machte; daß sie ihre Kinder dem Moloch opferten; daß die Heiden ihre Wittwen verbrennen, ihre alten Eltern den wilden Thieren hinwerfen u.s.w. u.s.w.war und ist das nicht alles menschlich? Welche Hochachtung nun hat Gott selbst und die von ihm geoffenbarte Religion, die wir in den Schriften Moses und der Propheten finden, diesem „Menschlichen" erwiesen? Die Sündfluth, der Feuer- und Schwefelregen über Sodom; Pharaos Untergang im rochen Meer, Israels schwere Heimsuchungen, so wie die Klagen und Drohungen der Propheten geben lautes und klares Zeugniß, ste sind eine unzweideutige leserliche Antwort für jeden, der Augen hat zu lesen. Die göttliche Religion, zu der Moses und die Propheten sich bekennen, achtet also nicht alles Menschliche hoch, sondern richtet und straft sehr Vieles aufs schärfste. Die rein menschliche Religion der jüdischen Reform achtet aber Alles, was menschlich ist und also doch auch dies Menschliche hoch. Wundern kann und darf man sich darüber nicht, denn es liegt ganz in der Natur der Sache, eö ist etwas ganz Natürliches. Die Welt liebt das Ihrige. Die göttliche Religion, wie ste in der Bibel enthalten ist, achtet daö Göttliche hoch, die rein menschliche daö

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