Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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große Baumeister des Weltalls vierzig Tage vorher, ehe er unsere Erde bildete, Adam schon Form und Gestalt gab und ihn an der Schwelle deö künftigen Paradieses ließ. Später, als Alles ins Dasein gerufen war, sah der Schöpfer zufällig einen Erdkloß und da er nicht wußte, wohin er denselben thun solle, sagte er zu den Engeln : „Was sollen wir mit diesem Dinge anfangen?", worauf das ganze Himmelsheer antwortete: „Gieb ihm eine Seele", und so wurde der Mensch ein lebendes Wesen. Wir gaben ihnen wegen dieser gottlosen Erzählung einen Verweis und erzählten ihnen dann in Gegenwart einer Anzahl aufmerksamer eingeborener Christen die Geschichte der Schöpfung, die Güte Gottes gegen den Menschen, seine Versuchung und seinen Fall ins Verderben, seinen unaufhörlichen Kampf mit der Sünde und dem Unglauben und endlich die Versöhnung und Vergebung seiner Schuld durch das Blut und die Gerechtigkeit deS Erlösers. Sie alle meinten, daß, wenn sie oft solchen Unterricht erhielten, sie gute Christen werden würden. Es war gerade Mittag als wir über den Fluß Dimah setzten, und nun schritten wir durch eine einsame Haide, die von Hügeln umgrenzt, und von Scharen grasenden Rothwilds und hüpfender Gazellen belebt wurde, Zara Workee entgegen. Viele unserer Bekannten von heute früh begleiteten uns, um Zeuge unserer Unterredung mit ihrem Haupte zu sein, und unerachtet wir uns bemühten ihre Gemüther auf das ewige Heil ihrer eigenen Seelen zu richten, so konnten sie doch nicht von dem einen großen Gegenstände der Frömmigkeit, der Enthaltsamkeit und der Gelehrsamkeit des großen Mannes, den wir bald sehen würden, abgelenkt werden. Wir waren nun auf unserm Wege eine beträchtliche Anhöhe hinauf gestiegen, die mit aromatischen Kräutern und blühenden Sträuchern bekleidet war, als wir unerwartet auf eine schiefe Ebene stießen, wo die Hütte des Abu Moharee, der Brennpunkt jüdischer Wissenschaft stand, eingezäumt von undurchdringlichen stachlichten Bäumen und Dornhecken. Als Christen waren wir natürlich genöthigt, unS in einer achtunggebietenden Entfernung von der Wohnung des heiligen Mannes und seiner Nachfolger zurückzuhalten, eine Vorsicht, welche wir nicht bereuten, denn die Luft war kühl und ange-