Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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131 ten von dem steilen Ufer des Flusses Dimah ankündigte, daß wir den rechten Weg eingeschlagen hätten und gegenüber Palankat wären. Die Bauern in diesem Dorfe waren, obschon arm, doch sehr freundlich und gastfreündschastlich, was in Abyssinien sehr selten ist. Unsere Bedienten nahmen sie freundlich bei sich aus, und die, welche wir bei uns behielten, versorgten sie reichlich mit süßer Milch, Dillikh und Brot. Die Reise dieses zweiten Tages hinterließ einen tiefen Eindruck in unserm Herzen von der Größe und Heiligkeit unsers Werkes und so ermüdet und ermattet wir auch waren, so glaube ich doch, daß wenn es möglich gewesen, wir beide, ich und mein Begleiter, gern alle physischen Beschwerlichkeiten und Ermüdungen vergessen und unfern Weg Tag und Nacht durch ein Land fortgesetzt haben würden, wo Hunderte und Tausende von sich abarbeitenden, geängsteten und verzweifelten Seelen nach der Botschaft verlangten, welche die Vorwürfe des Gewissens zum Schweigen bringen und die Fesseln des Aberglaubens zerbrechen kann. Am nächsten Tage verließen wir, da es Sabbath war, nur sehr ungern unfern gegenwärtigen Aufenthaltsort, aber die armen Landleute versicherten uns, daß sie nicht noch einen Tag Herberge gewähren könnten. Wir boten ihnen an, Alles zu bezahlen, was wir brauchen würden. Aber der schlechteste Abyssinier würde sich mit einem bleibenden Schandfleck gebrandmarkt ansehen, wenn er von einem Reisenden für Brod und Milch Bezahlung annähme und so blieb uns denn nichts Anderes übrig, als eine kurze Strecke weiter bis zur Wohnung des Abu Moharee und seiner Mönche zu gehen. Ehe wir abreisten, besuchten uns einige Felascha's von Balankab. Sie waren, wie alle ihre Religionsgenossen, außerordentlich unwissend und abergläubisch und schienen ganz erstaunt, als wir ihnen sagten, daß Gott den Menschen ursprünglich nach seinem Bilde erschaffen habe, daß er aber, da er versucht wurde, von seinem hohen Standpunkte herabgefallen sei und sich und alle seine Nachkommen in ein und dasselbe Elend gebracht habe, aus welchem nur di« Liehe des Ewigen und die Leiden des Heilandes erretten könne. Sie meinten, daß wir nicht die richtige Ansicht von der Erschaffung Adams hätten und erzählten uns in sehr ernstem Tone, daß der