Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554722--03751-2559659- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
130 Umgang haben, und so hat er ein Gesetz empfangen, das ihn sofort daran erinnerte, daß er unrein sei und der Reinigung bedürfe daß er ein Uebertreter sei und ein Sühnopfer nöthig habe. Sie meinten, daß sie das hätten, und es kostete uns einige Mühe, ste davon zu überzeugen, daß ein unvernünftiges-.Thier einen vernünftigen Menschen nicht versöhnen könne. Sie antworteten mit großer Aufrichtigkeit: „Sie mögen recht haben, aber wir können nicht begreifen, wie Christus als Gott die menschliche Natur annehmen konnte." Wir fragten sie, ob sich Gott nicht zur Zeit deS Auszuges aus Egypten und in der folgenden Geschichte Israels in dieser Gestalt offenbarte, dem sie bereitwillig zustimmten. Eine junge Frau, die etwas lesen konnte (es war die einzige, die wir auf unserer langen Reise antrafen) nahm großes Interesse und einen thätigen Antheil an dem Gespräche; aber wie ein launisches mürrisches Kind schlug ste sich in der einen Minute mit Thränen in ihren funkelnden Augen an ihre sich hebende und schwellende Brust und beweinte in einem Tone vollkommener Verzweiflung ihre Sünden und ihren Unglauben, und in der nächsten lachte sie mit einem schmerzlichen Lächeln kecken Unglaubens über ihre Zweifel an die Wahrhaftigkeit ihres Bekenntnisses und des Glaubens, in dem sie erzogen worden war. Wir gaben ihr einen scharfen Verweis für die ungeziemende Leichtfertigkeit und das sorglose Benehmen, das sie gezeigt hatte und als ob sie sich ihres Fehlers bewußt wäre, sagte sie: „Ich wünsche ernstlich die Wahrheit der Bibel zu erkennen und wenn ich nicht morgen dorthin ziehen müßte, so würde ich Sie nach Abu Moharee begleiten." Der Abend nahete nun heran und wir mußten eilen um den Ort zu erreichen, wohin uns unsere Bedienten mit dem Gepäcke bereits vorausgegangen waren. Durch die Mimosa - Gebüsche, welche immer in wenigen Schritten unfern Pfad unterbrachen und unsere Kleider zerrissen und unsere Haut verwundeten, wurden wir auf unserm Wege aufgehalten und wir fingen schon an zu fürchten, daß wir in einer wilden und schrecklichen Gegend, wo Tiger, Leoparden und Hyänen ihre ungestörte Behausung haben, von der Nacht überfallen werden könnten, als uns das Freudengeschrei unserer Bedien-