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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 7-8 (1862) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
7-8 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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enthaltSort mit ihren menschlichen Bewohnern theilen), so forderten wir diejenigen, welche wir aufgeweckt hatten, auf, sich bei uns unter den Bäumen niederzulaffen. Dem kamen sie bereitwillig nach, und dieser aufmerksamen Versammlung von ungefähr zehn erwachsenen Personen und einem Mönchspriester predigten wir eine Zeit lang Christum, den Gekreuzigten. Der Mönch, der mit Interesse und ungetheilter Aufmerksamkeit zugehört hatte, fühlte sich aufgefordert, einige Bemerkungen zu machen, aber da er nicht wußte, was er sagen sollte, zeigte er auf mich und bemerkte mit einem ungläubigen Ausdruck: „Zch liebe Sie, denn Sie sind heilig," (womit er einen Nachkommen Abrahams bezeichnte.) Ich sagte ihm, daß er im Irrthum sei, und wenn er die Bibel läse, so würde er auf dem ersten Blatte derselben finden, daß der Mensch gefallen und verderbt sei und nur durch die Kraft des Geistes geheiligt und durch das Dazwischentreten des Erlösers selig gemacht werden könne. Er wurde sehr ernst und versprach uns am nächsten Morgen zu besuchen. Die violetten und purpurrothen Farben, in welchen die Berge und Haine nun zu glühen begannen, erinnerten uns daran, daß die Sonne schnell dem Horizonte zueilte, und da wir noch ein anderes Dorf der Felaschas besuchen wollten, so sagten wir unfern Freunden Lebewohl und eilten Schelloh entgegen. Da unsere Zeit beschränkt war, so banden wir unsere Maulthiere an Pfähle im Grase und gingen, die Vorurtheile der Felaschas nicht achtend geraden Weges auf die Mesquid los, wo in einem anstoßenden Hofe eine Anzahl junger Männer damit beschäftigt war, die heilige Schrift in der äthiopischen Sprache zu lesen. Wir gesellten uns zu diesen frommen Studirenden und waren bald mit ihnen in einem ernsten Gespräche über den stets wiederkehrenden Gegenstand der ceremoniellen Gebräuche vertieft. Wir beseitigten leicht ihre Fragen, indem wir ihnen sagten, daß gerade die Gesetze, auf welche sie ihre Hoffnung und ihr Vertrauen setzten, Beweise ihres Falles und Verderbens seien; denn wenn der Mensch nicht gesündigt hätte, so würde der Umgang des Schöpfers mit dem Geschöpfe nie unterbrochen worden sein; da aber das Gegentheil der Fall sei, so konnte der Unreine und Befleckte nicht länger mit dem Heiligen und Reinen

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