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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 7-8 (1862) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
7-8 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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unterrichtet zu werden wünschten. Er erkundigte sich auch, warum ich meine Frau nicht mitgebracht hätte und mich nicht in Abysfinien niederließe. Ich war geneigt ihm zu sagen, daß es für uns schwer genug war, dem Hunger und Mangel unter seinen ungastfreundlichen Unterthanen Troß zu bieten, aber da daS dem Statthalter von Begemeder den königlichen Zorn zugezogen haben möchte, welcher uns so unfreundlich behandelte, und zwar wie -der verstorbene Herr Bell meinte, aus Trotz gegen ihn, so sagte ich blos, daß den Gefahren der Reise nur von Damen von sehr kräftiger Constitution Trotz geboten werden könnte. Er drückte ein Verlangen aus, eine gute Anzahl Europäer, besonders Künstler zu haben, die sein Volk unterrichteten. Ich hielt dies für eine günstige Gelegenheit ihn daran zu erinnern, daß wir in Europa viele schlechte Menschen hätten, und daß ich die Hoffnung hegte, daß diejenigen, welche nach Abysfinien kämen, nur unsere Tugenden, aber nicht unsere Laster einsühren würden. „Das ist wahr", antwortete er, „und ich hoffe, daß Gott Ihre guten Wünsche erfüllen wird." Der Wunsch, die heiligen Schriften in Sicherheit zu bringen, welche dem Könige*) geschenkt worden waren, veranlaßte mich, nach dem Palaste zu gehen, während die Herren Bronkhorst und Flad Gabriel, ein Dorf der Felaschas besuchten. Seine Majestät war eben im Begriff abzureisen, und zwar in sehr übler Laune, die er dadurch kund that, daß er den Befehl gab, einem verrätherischen Priester, zwei solchen Mönchen und einem Debterah Hände und Füße abzuhauen; und seine Befehle waren so streng, daß den Verbrechern in ihrer Todesangst und ihrem Todeskampfe nicht einmal ein Tropfen Wasser gereicht werden durfte. Ich hatte keine Lust inich Sr. Majestät in einer solchen Stimmung aufzudrängen, und ging daher zu meinem Freunde, dem Herrn Bell, der mir sogleich einen *) Von derk Agenten des Bischofs von Jerusalem waren dem Könige ungefähr neunhundert ganze Bibeln und Theile der heiligen Schrift zur Bertheilmg z«n Geschenke gemacht worden; aber seine Majestät hatten sie bei der Menge seiner eigenen Angelegenheiten ganz vergessen und sie würden wahrscheinlich noch in dem feuchten Keller auf der Insel Matracha liegen, um dort zu vermodern, wen» wir fie nicht in unser» Befitz gebracht hätten, «m fie zu vertheilen. 9

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