Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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% ISS bessern, schriftgemäßeren und geistigeren Glauben haben könnten, war ganz außer Frage; aber nun hat Gott Sie gesandt uns zu belehren, und ich hoffe, daß wir alle aus Ihrer Unterweisung Nutzen haben werden." Später kamen zwei junge Felaschas, von denen der Eine ein ernstes Verlangen ausdrückte, Christ zu werden. Wir riechen ihm, zu uns zu kommen, wenn wir eine bestimmte Wohnung haben würden, in die wir nach Wahrheit forschende Männer ausnehmen könnten. Zum Erstaunen und Schreck von ganz Gondar kam Se. Majestät ganz unerwartet und lange vorher, ehe die Einwohner in Bewegung waren, nach der Hauptstadt. Der abysfinischen Etiquette gemäß gingen wir nach dem Palaste, um, wenn ich es so nennen darf, einer königlichen Aufwartung beizuwohnen. Da kauerten gegen ein Dutzend vornehmer Häuptlinge in dem alten, rußigen und geschwärzten Salon auf den harten, staubigen Steinen; welche Brunda (rohes Fleisch) kauten und Detsch tranken. Se. Majestät, welcher weder Etwas ißt noch trinkt, wenn es nicht von der Königin oder einem zuverläßigen Mönche bereitet ist, lag auf einer großen, alten Bettstelle zurück gelehnt, welche von Seidenzeug und Brocat behängen war, der aber, als wir uns ihm naheten, sich aufrichtete und uns sehr herzlich in seinem Palaste bewillkommte. Er befahl, uns sogleich Frühstück zu bringen, das in einem großen Korbe mit Teffbrod, einer schwarzen irdenen Taffe mit Dillikh, aus spanischem Pfeffer bereitet und mit Sälz vermischt, einer vollständigen Feuersauce — und ungeheuren Keulen bestand, die soeben durch rauchende Asche gegangen waren. Di« Galla-Sklaven, welche die letzteren herbeibrachten, waren der königlichen Etiquette gemäß von *den Lenden an aufwärts begürtet oder nackt, und als sie die fürchterlichen, tröpfelnden Keulen mit ihren bloßen sehnigen Armen über unfern Häuptern hielten, mußte ich an das Damocles-Schwert denken. Die Höflichkeit zwang uns der königlichen Gastfreundschaft Gerechtigkeit zu thun, ungeachtet der stumpfen Zähne und mit Blasen versehenen Zungen, die wir davon trugen. Ueber die Felaschas richtete Se. Majestät viele Fragen an uns, und schien ganz erfreut darüber, daß sie nach dem Worte Gottes ein Verlangen hätten und