Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Mann mit der Ordre verschaffte, daß ich die Bücher in Empfang nehmen kann, welche zu Matracha in Verwahrung eines Aligo oder Oberhauptes der Kirche waren. Erfreut über den Erfolg meiner Bemühungen ging ich nach Hause, um dem Manne sein Frühstück zu geben, bevor er seinen Auftrag ausführte; aber als ich in das Thor trat, begegnete mir ein Bedienter des Herrn Flad, der mir zu meinem Schreck und Jammer erzählte, daß Herr Bronkhorst auf dem Wege von seinem Maulthiere gefallen sei und ein Bein gebrochen habe. Ich eilte sogleich mit einer Anzahl Abyssinier an Ort und Stelle, wo sich der Unfall ereignet hatte, und brachte ihn in einer Art Sänfte in die Stadt. Mit Hülfe eines Griechen verbanden wir sein Bein, und als ich das Land verließ, war es mit Herrn Bronkhorst's Beine schon sehr gut, und ich hoffe, daß er jetzt ganz genesen und im Stande ist, die zahlreichen Niederlassungen der Felaschas zu besuchen, wo er mit Freuden bewillkommt werden wird. Dieser Unfall, der uns gerade in dem Augenblicke traf, wo wir im Begriff waren, Gondar zu verlassen und in die Provinzen zu ziehen, um da ein Werk zu thun, welches nach dem, was wir bisher erfahren hatten, den Leib gleichgültig gegen physische Schwierigkeiten machte und das Herz mit unendlicher Dankbarkeit und Liebe zu Gott erfüllte, war ein Schlag, für dm wir nicht vorbereitet waren, und verursachte unserer Thätigkeit eine Unterbrechung, an die wir nicht gedacht hatten. Herr Bronkhorst, der in seinen schweren Leiden die größte Ergebung, Geduld und Unterwerfung unter den Willen Gottes zeigte, drang unerachtet seines Unglücks in mich, nicht dadurch, daß ich ihn pflege, die Vollziehung eines Werkes zu verschieben, von welchem die Wohlfahrt nicht eines einzigen, sondern tausender unsterblichen Wesen abhänge. Da der Bruch weder gefährlich, noch von schwerer, wenn auch langsamer Heilung z» sein schien, so fühlte ich mich von der bangen Besorgniß der vorhergehenden Tage befreit, und da schon Alles zu unserer Abreise angeordnet war, so empfahlen wir unser» Mitarbeiter Dem, welcher schlägt, aber auch heilt; und begaben uns, nachdem wir neunzehn Tage in Gondar verweilt hatten, auf eine Reise, deren Erfolge mich stündlich veranlaßten, Gott dafür zu danken, daß ich