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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 7-8 (1862) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
7-8 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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115 gründe, aus dem alten oder neuen Testament, der diese Behauptung erhärtet. Will man diese Anklage oder Beschuldigung von dem Gerichte der Verblendung auf den einzelnen Juden anwenden, so muß ich sagen, daß ich oft versucht war zu denken, es sei eine Wahrheit in dieser Behauptung; ob aber die Blindheit auf Seiten der Juden oder der Nichtjuden sei, muß ich noch in Frage stellen. Ich möchte nicht gern zu lange bei diesem Theil der Resolution verweilen, wenn man aber von mir einen Beweis aus der Schrift verlangt für meine Meinung, daß wir verpflichtet sind den Juden das Evangelium zu predigen und auch Grund haben, einen gesegneten Erfolg von dieser Verkündigung zu erwarten: so erinnere ich zunächst an die Worte unsers hochgelobten Herrn, daß „Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Völkern anhebend zu Jerusalem;" ich führe ferner das große Wort des Apostels an: „Wir predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Aergerniß und den Griechen eine Thorheit; denen aber, die berufen sind, beides Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit." Und wenn man noch einen dritten Schriftbeweis wünscht, um eine dreifache Schnur zu haben, so gebe ich Euch denselben mit den Worten mit nach Hause: „Ich schäme mich des Evangelii von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht Alle, die daran glauben, die Inden vornehmlich und auch die Griechen." Es ist durchaus nicht meine Absicht für den Juden mehr zu fordern oder einen Vorzug für ihn zu beanspruchen; Alles was ich wünsche, ist, lasset Gleichheit sein. Wenn man aber hartnäckig auf seiner Meinung beharrt, dann glaube ich berechtigt zu sein auf Grund derSchrift zu erklären: „Die Juden vornehmlich." — Herr Prediger Myers hob dann einen andern Punkt hervor, und sagte, das jüdische Volk sei ein Bedürfniß fürdie christliche Kirche. Wir wollen aus diesem Abschnitt nur einige Sätze anführen: Wird mein Glaube angefochten durch Verdächtigungen, die man gegen die Wunder vorbringt, so muß ich sagen, daß solche Verdächtigungen bei dem Vorhandensein und Bestehen der Juden nur eine große Unverschämtheit sind. Man will uns sagen, wir könnten jetzt nicht über die Wahrheit der im Evangelio erzählten Wunder urtheilen,

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