Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Gemeindeglieder bekümmern, werden wir nicht hier einen Mann, dort eine Frau sehen, denen wir seit Jahren das Evangelium gepredigt Haben und von denen wir leider nur zu viel Grund haben zu fürchten, daß sie voll bitterer Galle und mit Ungerechtigkeit verknüpft sind? Was kann das menschliche Herz ändern? Menschliche Bemühungen vermögen es nicht; blos äußerliche Beweise sind nicht im Stande eszuthun; denn „die Himmel erzählen die Ehre Gottes und dieFeste verkündiget seiner Hände Werk," und doch giebt es viele Atheisten. Ein größerer Zeuge ist in die Welt gekommen, nämlich unser hochgelobter Herr. Er verrichtete die größten Wunder, und doch glaubten viele Juden nicht. Viele gingen von dem Grabe Lazari hinweg mit harten Herzen. Wir können weder den Juden noch den Nichtjuden bekehren. Wenn es aber Gott gefällt, das gepredigte Wort mit der Kraft seines Geistes zu begleiten, wenn der heil. Geist das Herz des Menschen rührt, er sei Jude oder Nichtjude, so wird sein Gemüth erleuchtet, sein Herz wird erweicht, seine Seele bekehrt und Gott verherrlicht. — S) Dies führt mich zur zweiten Schwierigkeit. Unsere Gegner sagen, „wir leugnen nicht die Macht Gottes, wir bestreiten nicht die Wahrheit, daß Gott den Sünder bekehren kann; aber es ist in dieser Hinsicht ein großer Unterschied zwischen Jude und Nichtjude, das jüdische Volk liegt unter dem Gericht der Verblendung, unter dem Fluche Gottes, sie können nicht glauben und werden nicht glauben bis zu einer gewissen Zukunft." Einer solchen Sprache gegenüber verlangen wir wenigstens einen einzigen Schriftbeweis. Welche Stelle der heil. Schrift beweist diese Behauptung? Diese allgemeine aber irrige Meinung hat ihren Grund in dem Mangel derUnterscheidung zwischen dem nationalen und individuellen Zustande der Juden. Wenn man sagt, daß diese Gesellschaft es nie erreichen wird, die jüdische Nation zu bekehren, so ist meine Antwort, daß wir ja auch nie so Etwas im Sinne gehabt haben; das ist nicht der Zweck der Gesellschaft. Wir wissen aus dem Worte der Schrift sehr wohl, daß die allgemeine Bekehrung Israels Gott sich Vorbehalten hat für einen künftigen Tag.... Wenn man mir aber sagt, daß die Predigt des Evangeliums an den einzelnen Juden vergeblich ist und Mar darum, weil er verblendet ist, so frage ich nach einem Schrift-