Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554722--03733-2559641- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ein Pfand von der Gewißheit jener Verheißung und eine neue Bürgschaft für die nicht ferne und herrliche Zukunft, nach der wir verlangen und um die wir bitten, da der Herr zu seinem Volk kommt und die. Erde voll werden wird vom Erkenntniß der Ehre des Herrn, wie Wasser, das das Meer bedeckt." Herr Prediger A. M. Myers, der nun auftrat, sprach zunächst Einiges über den interessanten und wichtigen Bericht und hob dann den Unterschied hervor, auf den die Resolution hinweist, zwischen der Vergangenheit und Gegenwart hinsichtlich der Mission unter den Juden, wobei er sagt: „Die künftigen Geschlechter werden eS kaum glauben, daß es in diesem christlichen England eine Zeit gab, in welcher die öffentliche Verfügung getroffen ward, daß kein Jude eine christliche Kirche besuchen dürfe! Bedenket dies, die Ihr Euch wundert über die Vorurtheile der Juden; bedenket dies, ihr theuren Freunde der Judenmission, die Ihr gelernt habt das jüdische Volk, die jüdischen Propheten, die jüdischen Apostel, den jüdischen Heiland zu lieben und zu schätzen, daß es in diesem Lande eine Zeit gab, in welcher das Volk, von dem wir die Bibel haben, das in der Hand Gottes das Werkzeug war, durch welches der Christenheit so viele Segnungen zugeflossen sind, daß das Volk, für welches Christus starb, und das er der christlichen Kirche als ein Vermächtniß hinterließ, in keine unsrer christlichen Kirche eintreten durfte! Wir haben daher nach meiner Meinung, wie die Resolution auch sagt, große Ursache Gott zu danken, daß wir in einer Zeit leben, in welcher die christliche Kirche ihre Thore nicht nur weit aufthut, um den Juden einzulaffen, sondern da auch Männer in dieser Kirche sind, die in allen Vorurtheilen des Judenthums ausgewachsen sind, nun aber das Evangelium den Heidenchristen verkündigen. Ist es nicht eben so merkwürdig wie ermunternd, daß gegenwärtig ohngefähr Einhundert Juden ordinirte Geistliche sind, die Christum predigen? ... Während wir aber durch unsre Resolution einerseits aufgefordert werden Gott zu danken, werden wir andererseits auch erinnert, daß die Vorurtheile gegen die Juden unter uns leider auch noch nicht verschwunden sind. Erst neulich sagte mir ein Freund, daß er einige Leute kenne, die zwar unsreJahresfeste besuchten, aber doch keineswegs