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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 7-8 (1862) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
7-8 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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110 Juden zu erfüllen hat, wird gehörig gewürdigt. — Der Redner schildert dann die gegenwärtige Lage der christlichen Kirche, wie der Skepticismus, der Rationalismus und Unglaube so gern die historische Grundlage des Christenthums beseitigen möchten, zeigt dagegen an der Geschichte und dem Charakter des jüdischen Volkes, wie das Dasein und Bestehen dieses Volkes alle Angriffe der Feinde des Christenthums zurückschlägt und zunichte macht. Dann heißt es weiter: — Das Zeugniß gegen den Ungläubigen wird noch stärker, wenn wir uns von der jüdischen Geschichte zur heil. Schrift wenden und achten auf das Wort der Offenbarung. Hier finden wir keine Ungewißheit, keinen Zweifel. Hier haben wir ein Zeugniß, geschrieben von dem Finger Gottes, an jenen Büchern, die, wie die rationalistische Kritik selbst zugiebt, nicht später geschrieben find als in den Tagen Josuas. Wenn wir die rechten Worte suchen, um die eigenthümliche Stellung des Juden zu schildern, so kommen wir ganz natürlich immer auf die Worte Moses zurück: „Du wirst ein Scheusal und ein Sprichwort und Spott sein unter allen Völkern, da dich der Herr hingetrieben hat." Und wenn Ihr von Israel leset, wie ein Jahrhundert nach dem andern dies merkwürdige Volk unter alle andern Völker zerstreut war; und wenn Ihr leset von der sonderbaren Mischung von Fügsamkeit und Hartnäckigkeit, welche dem jüdischen Charakter eigen ist: „Der Herr wird dich zerstreuen unter alle Völker, von einem Ende der Welt bis ans andere; und wirst daselbst andern Göttern dienen, die du nicht kennest, noch deine Väter, Holz und Steinen. Dazu wirst du unter denselben Völkern kein bleibendes Wesen haben, und deine Fußsohlen werden keine Ruhe haben. Denn der Herr wird dir daselbst ein bebendes Herz geben und verschmachtete Augen und verdorrete Seele"; — und wenn der Wanderer im fernen Palästina den Grenzmarken des einst fruchtbaren Landes folgt, wenn er die Ebenen durchwandert, die einst die Kornkammern der Welt waren, oder wenn er an den sonnigen Abhängen der Hügel hinschreitet: was ist der Gedanke, der sich mit unwiderstehlicher Gewalt seinem Gemüthe aufdrängt, als der Contrast zwischen dieser Gegenwart und jener Vergangenheit? was Anders, als das Zeugniß,

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