Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554722--03730-2559638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
109 die Zeitung „Times" ihre Svalten der Discuffion der noch unerfüllten Weissagungen eröffnet und es wird daraufhingewiesen, welche große Stelle der Jude in diesem Theile der Schrift einnimmt. Eine Sache ist gewiß. Wenn man die Judensache einmal in die Hand nimmt, kann man sie nicht wieder fallen lassen. Wenn wir mit der Bibel in unsrer Hand an die großen Begebenheiten der jüdischen Geschichte treten, so finden wir, daß Israels Sache mit unsrer christlichen Theilnahme aufs innigste zusammenhängt und daß Israels Angelegenheit uns um so mehr am Herzen liegen muß, je mehr wir in unserm christlichen Leben gefördert werden. Die Sache der jüdischen Kirche kann nie getrennt werden von der der christlichen Kirche; sondern es ist ein und dieselbe Sache, wir mögen die Begebenheiten der Vergangenheit, oder die Obliegenheiten der Gegenwart, oder die großen Aussichten der Zukunft ins Auge fassen.... Auch die Dankbarkeit verpflichtet uns, die Judenmisston uns angelegen sein zu lassen. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Juden die Bewahrer des theuren Schatzes des Wortes Gottes gewesen sind. Es wurde ihnen nicht als ausschließliches Erbgut übergeben; sondern in der Fülle der Zeit sollte dies Buch der ganzen Welt übergeben werden. Was für Beschuldigungen man auch gegen den Juden Vorbringen mag, das muß man gestehen, diese Aufgabe hat er mit eifriger und strenger Sorgfalt erfüllt, er hat jedes Wort und jeden Buchstaben gleichsam bewacht, um das theure Wort Gottes vollständig und unversehrt der aus den Heiden gesammelten Kirche zu übergeben. Möge diese Kirche mit gleicher Treue über dem Worte Gottes wachen und es dem Juden wieder zurückgeben. ... My Lord, der traurige und beschwerliche Zustand, wie er jetzt besteht, soll nicht immer bestehen; wir gehen einer bessern Zukunft entgegen, unser Herr und Meister will dieselbe selbst herbeisühren, wenn er zu seiner Kirche kommt; und in dieser herrlichen Zeit wird das bekehrte und wieder hergestellte Israel einen besonders ausgezeichnelen Platz einnehmen; denn ihre Wiederannahme wird sein wie Leben von den Tobten für die christliche Kirche. Aber zwischen jener Vergangenheit und dieser Zukunft liegt die Gegenwart und weder die gegenwärtige Selluyg deS Juden noch die Pflicht, welche die christliche Kirche gegen den