Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 5-6 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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100 hätten, sie zu besuchen. Sie erklärten alle einmüthig: „Wir glauben es, wir glauben es!" Bewegt von dem unleugbaren Vertrauen, das sie in uns und unsere Mission setzten, gingen wir sogleich auf den Lieblingsgegenstand ihres Glaubens, nämlich die eeremonielle Reinheit, über und bemühten uns ihre so innig gehegte Hoffnung zu vernichten, daß sie das Gesetz hielten und vor Gott gerecht wären, wenn sie vermieden, sich irgendwie körperlich zu verunreinigen, und sich jeden Morgen und Abend regelmäßig im fließenden Wasser badeten. Ich leitete ihre glänzenden und starren Augen geradezu auf daS Monument des Pferdes FerilidaS, das durch das Dickicht erkennbar war, und sagte: „Ihr werdet zugeben, daß dieses Denkmal von außen großartig und schön auSsieht, und doch, wenn ihr die auf demselben ruhende Masse von Steinen und Mörtel hinweg thätet, werdet ihr darinnen nur ein vermodertes Gerippe, oder die modernden Ueberbleibsel von Knochen finden. So kann auch ein Mensch ceremoniell ganz rein sein, und in seinem Innern doch voll Bosheit, Laster und der abscheulichsten Sünden." Darauf erklärten wir ihnen die Beschaffenheit der Sünde und deren Strafe, und baten sie dringend, ihren Glauben von äußeren Gebräuchen auf den lebendigen Gott, und von dem Gesetze, das die Verdammniß predigt, auf das Evangelium zu richten, das den Sünder selig macht. Sie alle antworteten mit lauter Stimme, wobei die Hellen Töne der Frauen deutlich erkannt werden konnten: „Sie sagen uns gute Worte, und Gott hat Sie augenscheinlich hierher gesandt, um uns zu lehren und auf den rechten Weg zu führen." Wir erkundigten uns, ob irgend Einer von ihnen lesen könne, und zu unserer Verwunderung war in diesem stark bevölkerten Dorfe kein Einziger, der auch nur ein Wort hätte buchstabiren können. Das arme Volk lebt beinahe in heidnischer Unwissenheit und stirbt in heidnischer Verzweiflung! Als wir sie verließen, sagte ich: „Ihr habt nun von einem Heilande gehört, welcher starb, damit wir alle leben möchten, und ob ihr das glaubt oder nicht glaubt, ihr werdet diese Wahrheit noch einmal vernehmen, aber bedenkt es wohl, daß sie euch dann vielleicht nicht mehr von den Lippen eines Boten der Gnade gepredigt wird, sondern von den Lippen dessen, welcher jetzt euer Heil sucht, dann aber, wenn ihr seine euch