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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 5-6 (1862) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
5-6 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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99 Sprache jede Wahrheit, welche wir vortrugen. Sie wünschten außerordentlich ein Eremplar der heiligen Schrift zu haben, das wir ihnen zu geben versprachen» Als unsere Besucher weggegangen waren, bestiegen wir unsere Maulthiere und eilten über den Kaha, an dessen Usern Herr Plowden den tödtlichen Stoß von des Mörders Lanze erhielt, dem Dorfe Antonius entgegen. Auf unserm Wege kamen wir vor den Ruinen eines Palastes vorbei, der wahrend der Herrschaft des Fasilidas gebaut wurde, und an dessen verwitternden undzerfallenden Mauern das Monument seines berühmten Streitrosses steht. Mir wurde erzählt, daß Cyrilus, der weiland koptische Patriarch, als er als Gesandter des Vicekönigs von Egypten Abysstnien besuchte, sein zahlreiches Gefolge von Priestern, Mönchen und Debterahs spöttisch fragte^ „ob das Pferd, das in einem Lande, wo auf den Gräbern der Märtyrer und Bekenner Grabsteine fehlten, ein Denkmal hätte, der Hauptheilige im Kalender sei," eine Frage, welche seitdem immer gar tief in den Herzen Vieler gebrannt hat, die sie hörten. Wir verweilten nicht an diesem prächtigen Orte, wo bedeutende Bäder, schattige Plätze und luftige Lusthäuser, selbst in ihrem verfallenen und vernachläßigten Zustande, anzeigten, daß überladene Königswürde und üppige Prinzen einst im entfernten Afrika in allen wollüstigen Vergnügungen und entnervenden Zerstreuungen der neuern Civilisation schwärmten; sondern ritten durch üppiges Gras, geziert von einer Mannigfaltigkeil wilder Blumen, einen abhängigen Pfad entlang der Kirche Quosquam zu, und dann wieder hinunter in tiefe Thäler, von murmelnden Bächlein durchschnitten, von wo wir durch ein verworrenes Labyrinth von Cactus, Wolfsmilch und andern tropischen Bäumen und Sträuchern auf die steile Plattform, welche das einsame Dorf trägt und schützt, Hinaufstiegen. Wir setzten uns auf ein Stück losgeriffenen Felsens unter einer Teraffe, auf welcher die elende Hütte stand, wo sich die Frauen wegen ceremonieller Gebräuche zu gewissen Zeiten aufhalten müssen, und wir durften nicht lange warten, bis die meisten Einwohner des Dorfes, die alle zu Hause waren, denn es war Freitag, sich in einem Halbkreise versammelt hatten. Wie an andern Orten machten wir sie auch hier mit dem Zwecke und den Gründen bekannt, die uns bewogen

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