Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 5-6 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554721--03713-2559620- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
93 gung des AntichristS und das Jahr der Gnade oder der Erlösung das tausendjährige Reich sein sollte, welches nach jener Vertilgung beginnt. Israel unter Moses und die Christen — beides heidnische Gesellschaften!? Schon oft und viel hat vr. Philippson in seiner allgemeinen Zeitung des Judenthums die freche Lüge drucken lassen und dieselbe als die erhabenste Weisheit in die weite Welt gesendet, daß Moses, der Mann Gottes, den Grundsatz gelehrt habe; „Ein Gesetz und Ein Recht für Alle." Er hat dieses gemeine Mittel bisher gewöhnlich dazu gebraucht, um mit allem Schein von Orthodoxie und Frömmigkeit die christlichen Völker und Obrigkeiten für höchst ungerecht und gottlos zu erklären, daß sie noch nicht diesen ganz gewöhnlichen, vor Jahrtausenden schon bekannten Rechtsgrundsatz gelernt und in Ausübung gebracht hätten, indem sie den Juden noch immer nicht die völlige Emancipation gewähren, so daß dieselben nun auch alle Aemter bekleiden, eben so gut Richter, Gesetzgeber, Lehrer in christlichen Schulen u. s. w. sein können, wie die Christen. In der letzten Zeit ist er einen Schritt weiter gegangen, und er tritt nun auch als Anwalt für diejenigen Christen selbst auf, die nach seiner Meinung unter dem Druck dieser von ihm so oft gerügten Ungerechtigkeit zu leiden und zu seufzen haben. In Nr. 7 der Allg. Ztg. d. Jud. p. 75 und 76 lesen wir unter der Ueberschrift: „Zerstreute Bemerkungen" Folgendes: „Bor drittehalb Jahrtausenden proclamirte Moses den Grundsatz; Ein Gesetz und Ein Recht für Alle! Daß wir aber selbst in dem modernen Staate noch tief im Heidenthum stecken, erweist eine Parallele, welche die preußischen Zeitungen in diesen Tagen gaben. Ein Premier-Lieutenant hatte vor einigen Monaten in Magdeburg einen harmlosen Hausknecht mit dem Degen durchbohrt, und wurde dafür mit fünf Jahren Festungsarrest bestraft. Dagegen ein junger, der Wissenschaften beflissenerMann war eines politischen Vergehens aus dem Jahre 1848