Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 5-6 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554721--03711-2559618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
91 muß das ein anderes Ding sein, als es bisher mit ihm gewesen ist. Es kann nicht derselbe Zustand sein, wie er es war, als er zu Eva sprach: Sollte Gott gesagt haben? Es kann nicht der Zustand sein, wie er es war, als er zu Christo sprach: „Bist du Gottes Sohn" u. s. w. Satan kann dann auch nicht in der Lage sein, in der er war zur Zeit, da der Apostel Petrus feinen Brief schrieb, in welchem er die Gläubigen ermahnt: „Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge." Bis auf diesen Tag geht Satan noch so umher. In dem Gnadenjahr aber ist es anders. Der Arge darf die Erlösten des Herrn nicht antasten. In andern Stellen der heiligen Schrift wird dies Gnadenjahr nach andern Seiten und mit andern Zügen geschildert. Dahin gehört z. B. Röm. 8, 18—22, wo der Apostel Paulus von einer Herrlichkeit und Offenbarung der Kinder Gottes redet, welche Herrlichkeit und Offenbarung doch wohl schwerlich von der ewigen Herrlichkeit, die nach dem allgemeinen Weltgerichte eintritt, zu verstehen sein dürfte; denn der Apostel spricht zugleich von der Freiheit der ganzen Creatur, daß auch ste Theil nehmen und gelangen wird zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Mit dieser Freiheit der Creatur wird ohne Zweifel zurückgesehen auf die Verheißungen des alt. Test.; denn in Jes. 11 und 65 ist von einer Veränderung des Zustandes der Creatur die Rede. In dem letzteren Capitel sind allerdings einige Ausdrücke enthalten, die auf einen solchen Zustand hinzudeuten scheinen, wie er erst nach dem jüngsten Tage eintreten wird, es ist hier nämlich die Erwähnung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Dies scheint dem oben Bemerkten zu widersprechen, wo wir sagten, daß im Gnadenjahre der Herr noch keinen neuen Himmel schaffe. Allein dieser Widerspruch ist eben nur ein scheinbarer, aber nicht wirklicher. Die ganze übrige Schilderung in Zes. 65 spricht offenbar von Verhältniffen, wie sie nur in diesem Leben stattfinden; denn da ist von Kindern, die geboren werden, von Sündern die sterben, von Häusern, die gebaut, von Weinbergen, die gepflanzt werden u. s. w. die Rede. Wir werden daher wohl den neuen Himmel und die neue Erde in Jes. 65 in einem andern Sinne fassen und verstehen müssen, als in % Petr. 3. 6*