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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 5-6 (1862) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
5-6 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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und das jüngste Gericht. Ob wirklich Jemand eine solche Behauptung aufgestellt hat, ist uns nicht bekannt. In seiner Erklärung zu Jes. 34,1 sagt Starke nur: hier ist „zu merken, daß hier nicht beschrieben werde das allgemeine jüngste Gericht am Ende der Welt." Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß die Zerstörung der Stadt Jerusalem ein mächtiger Beweis und gewaltiges Zeugniß der strafenden Gerechtigkeit und Rache Gottes ist. Aber so groß und furchtbar das Gericht über Jerusalem und Israel auch war, so entspricht es doch durchaus der Schilderung nicht, die Jes. 34 und 63 von dem Tage der Rache gegeben wird. Denn dieser Tag geht nicht blos über Ein Volk> sondern über viele Völker; nicht von Israel ist beim Tage der Rache die Rede, sondern vielmehr von den Völkern im Allgemeinen und von Edom insbesondere, und nicht von Jerusalem, sondern von Bozra. Wenn auch, wie wir bald sehen werden, Edom und Bozra nicht buchstäblich zu nehmen sind, so dürfte doch schwerlich ein Beweis gesunden werden, der darthqte, daß Israel als Edom bezeichnet werde und wir unter Jerusalem Bozra zu verstehen hätten. Durch die Zerstörung Jerusalems erfolgte auch weder eine Vergeltung zu rächen Zion, sondern vielmehr die Rache für die schwere Sünde, dqß Israel seinen Messias und König Jesum Christum verworfen hatte, noch auch das Gnadenjahr für die Erlösten des Herrn, das doch mit und nach dem Tage der Rache mitteten soll; sondern für die Gemeine Jesu Christi dauerte die drangsalsvolle und schwere Zeit der Verfolgung nach wie vor fort, und sie hatte in der nächsten Folge noch zwei Jahrhunderte hindurch viel ärgere und blutigere Kämpfe zu bestehen, als selbst das zerstreute Israel. Auch ist der Tag der Rache nicht das jüngste Gericht. Weder Jes. 34 noch 63 enthält eine solche Schilderung, die sich mit den doch so zahlreichen Beschreibungen über das letzte Weltgericht vereinigen ließe. Der jüngste Tag bringt ein Gericht, in welchem die Sache der Gottlosen und der Gläubigen zur endlichen Untersuchung und ewigen Entscheidung gela ngt. Beide Th eile, Gläubige und Ungläubige, erscheinen in dem letzten Weltgerichte. In unfern Stellen aber hat es der Rächer nur mit den Gottlosen zu thun und an eine endliche, völlig abschließende Entscheidung ist Hier noch nicht zu denken

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