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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 5-6 (1862) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
5-6 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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zeichnen kann. Man könnte sich vielleicht dagegen auf Luc.4,18 ff. berufen und diese Stelle als einen Beweis ansehen, daß jedenfalls mit dem Beginn des R. Test, das Gnadenjahr angebrochen sei. Nach der angeführten Stelle legte man dem Herrn Jesu in der Schule zu Nazareth den Propheten Jesaias vor, und als er aus demselben die Stelle Kap. 61 gelesen hatte, sagte er selbst zu denen in der Schule: „Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. " Allein einmal ist in den Worten Jes. 61, 1. 2 außer dem, was auf den Tag der Rache und das Gnadenjahr Bezug hat, noch vieles Andere enthalten. Die Steye ist eine klare und deutliche Weissagung von dem Messias, und besonders von seinem prophetischen Amte, Da nun in Jesu Christo dieser Messias gekommen war, da er sich als den verheißenen Propheten bewies: so war auch diese Schrift schon damals erfüllt vor den Ohren und Augen Aller, die Jesum in Nazareth hörten und sahen. Aber damit ist doch noch keinesweges gesagt, daß der Tag der Rache und das Jahr der Gnade auch schon gekommen und erfüllet war. Eine solche damalige Erfüllung ist ja auch um so weniger in den Worten Luc. 4, 21 zu finden, da in Jes. 61 nicht von der Ausübung der Rache und Einführung des Gnadenjahres die Rede ist, sondern nur von der Verkündigung; denn es heißt ja ausdrücklich: „zu predigen ein gnädiges Jahr des Herrn" u. f. w. Und auch in dieser Beziehung ist es demnach Wahrheit, daß die Schrift Jes. 61 schon damals , als Jesus Christus auf Erden wandelte, erfüllet wurde. Ist ferner der Messias der Vollstrecker der gedachten und verheißenen Begebenheiten, so ist damit auch gesagt, daß wir dieselben nicht in der vorchristlichen. Zeit zu suchen haben, und daß keine Zeit und Begebenheit der alttestamentlichen Geschichte uns die Lösung und Erfüllung der genannten Weissagung geben kann. In der neutestamentlichen Zeit treten uns zwei große und wichtige Begebenheiten vor Augen, an deren eine oder die andere vielleicht Mancher denken und glauben könnte, in derselben den Rachetag und den Beginn des Gnadenjahres zu finden. Die eine dieser Begebenheiten steht, ziemlich am Anfänge, die andere bildet den Schluß der neutestamentlichen Zeit. Diese beiden Begebenheiten sind die Zerstörung Jerusalems

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