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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 5-6 (1862) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
5-6 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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80 Trotz der Zahl und Menge der Völker, die an dem Tage der Rache gerichtet werden, ist dies Gericht, bei einer gewissen Allgemeinheit, doch immer noch ein specielles. Das jüngste Gericht wird stets als ein „Tag" des Gerichts für die gesammte Menschheit dargestellt, nie für die Einen als ein Tag und für die Andern als ein Jahr; denn daS Gericht selbst schließt die Freisprechung der Einen und die Verurtheilung der Andern in sich, beide Theile erscheinen zugleich vor dem Richter und beide Theile gehen dann zugleich an den Ort ihrer ewigen Bestimmung. DaS jüngste Gericht ist nicht für die Gottlosen schon die Strafe und Rache selbst, sondern es wird in demselben vielmehr nur das Urtheil gesprochen und dann heißt es: „Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben." Auf den Tag deS Gerichts folgt nicht, wie auf den Tag der Rache, ein „Jahr" der Gnade, sondern die Ewigkeit, und zwar für beide Theile, für die Gottlosen, wie für die Gerechten. Bevor wir den Tag der Rache und das Jahr der Gnade näher bestimmen können, müssen wir noch fragen, wen und was wir unter den Völkern und namentlich unter Edom zu verstehen haben? Edom ist bekanntlich zunächst der älteste Sohn Isaaks , der ZwillingSbruder JakobS, der eigentlich Esau hieß; denn I.Mof. 36, 8 und IS lesen wir: „Esau ist der Edom." Dann führen seine natürlichen Nachkommen den Namen ihres Stammvaters, und auch das Land, das dieselben bewohnen, wird Edom genannt. Zwischen den beiden Brüdern Jakob und Esau entstand in der Folge ein sehr trauriges Verhältniß. Jakob, der durch List und Schlauheit seinem hungrigen Bruder Esau das Recht der Erstgeburt ablockte, und später auch durch List den Segen des Vaters zu erlangen wußte, wurde von Esau tödtlich gehaßt (1. Mos. 27, 41), so daß er, um nicht von seinem Bruder erschlagen zu werden, aus dem elterlichen Hause fliehen mußte. Dieselbe Feindschaft, die Esau oder Edom gegen seinen Bruder hegte, pflanzte sich auch auf seine Nachkommen gegen die Nachkommen Jakobs fort, und die Edomiter stehen daher in der Geschichte als die ärgsten und erbittertsten Feinde Israels da, wie aus vielen Stellen der h. Schrift deutlich zu ersehen ist. Pf. 137, 7 ruft die gefangene Tochter Juda die Rache des Herrn gegen Edom an und

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