Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 5-6 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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76 vollführen kann, wollen wir jedoch bemerken, daß diese Wahrheit aus Jes. 61, 1. 2 selbst klar hervorgeht. Denn der Gesandte deS Herrn, der Mesfias, ist ja offenbar mehr als ein blos menschlicher Verkündiger, da er die zerbrochenen Herzen verbindet und es selbst bewirkt, daß die Traurigen zu Zion Schmuck und Freudenöl erlangen. Wie Jes. 34, 8 die Rache ausdrücklich dem Herrn zugeschrieben wird, so ist auch derjenige, welcher Kap. 63, 4 spricht: „ich habe einen Tag der Rache mir vorgenommen" u. s. w. kein Anderer als Jehovah; dieser Jehovah ist eben aber der Messtas. Klar und deutlich wird der Messias V. 1 bezeichnet. Der Keltertreter wird hier dargestellt als herrlich geschmückt in seinen Kleidern, und dies ist ein Zug, der Psalm 45 weiter von dem Messias ausgeführt ist. Es ist von seiner großen Kraft die Rede, und der Messias ist ja der LI Zibbor oder starke Gott, wie Jes. 9, 6 und an vielen andern Stellen gelehrt wird; er bezeugt ferner von sich, daß er Gerechtigkeit lehret und ein Meister ist zu helfen, und das ist genau dasselbe, was Jes. 45,19—25 von dem Messias geschrieben steht. Er lehret nicht nur Gerechtigkeit, sondern ist selbst der Jehovah unsere Gerechtigkeit. Irrem. 23, 6. Von seiner großen und herrlichen Hilfe reden alle Weissagungen, denn der Messias ist ja das Heil, die Hilfe Gottes bis an die Enden der Erde. — Ist aber unbestreitbar der Messias der Mann, von dem hier in Jef. 63,1—6 die Rede, so ist ferner die Frage, wie haben wir hier denselben anzusehen, tritt er hier in seiner Leidensgeftalt, wie er in den Tagen seiner Niedrigkeit gekämpfet, gerungen, und zületzt in seiner Auferstehung gesieget hat, oder in seiner Macht und Herrlichkeit vor uns, wie er nach Vollendung seiner Niedrigkeit als König und Herr Himmels und der Erde herrschet, regieret und richtet mit Gericht und Gerechtigkeit? Wiewohl nun Jeder, der die Worte unbefangen ansteht, sagen und bekennen muß, daß hier ein mächtiger Held auftritt, wie der ist, von dem es Ps> 24, 7—10 heißt: „ES ist der Herr stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit" u. s. w.; keineöwegeS aber ein Mann der Schmerzen, der sich wie ein Lamm still und geduldig zur Schlachtbank führen läßt: so hat eö doch nicht an Schrifterklärern gefehlt, die das Letztere behauptet haben. Starke sagt in seinem Bibelwerke zu unserer