Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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66 wie ein Sohn Israels, wie ein wahres Kind Jakobs." Als wir fortgingen, begleiteten sie uns allesammt, und wir mußten öfters in sie dringen zurückzukehren, ehe sie bewogen werden konnten, sich von ihren unerwarteten Freunden zu trennen. Auf unserem Rückwege besuchten wir Kudus Johannes, nahe bei der Kirche Quosquam, der niedlichsten und am schönsten geschmückten von den vierundvierzig in und um Gondar. Gleich allen anderen Kirchen ist sie rund, umgeben von einer hohen Mauer und prächtigen Cvprcffenhainen, welche, während sie einen wehmüthigen und feierlichen Anblick gewähren, auch bezwecken, diese Oerter mit der Einsamkeit und Trostlosigkeit der Rrliquienkästchen zu schmücken, welche den Dämonen und Göttern der heidnischen Mythologie gewidmet sind. Da Gebra Egseabeher, der Hauptverwalter des Abuna bei uns war, so wurden die Thüren sogleich geöffnet, und wir wurden in den Gang oder Corridor gelassen, welcher den Priesterhof von dem Kudus Kedusan oder dem Allerhciligsten trennt. Die Priester und Debterahs, die sich um uns gesammelt hatten, waren eifrigst bemüht, daß wir die prunkhaft bemalten Bilder bewundern möchten; aber obschon Et. Georg und der Drache, die Engel und Teufel, die Hölle und das Paradies schauerlich und lächerlich aussahen, so schien der Künstler doch seine ganze Kunst erschöpft zu haben bei der Darstellung des Auszuges der Israeliten aus Egypten, indem er sie mit — Gewehren und Bajonetten — malte marschirend durch das schäumende und wogende Meer und verfolgt von den wüthenden Egyptern, ihren Feinden. Ich fragte einen von den Debterahs, ob denn der Künstler gewußt habe, daß Gewehre und Pulver zu der Zeit noch nicht erfunden waren, aber der abysstnische Weise war in dieser Sache so unschuldig wie der Maler. Am Nachmittage hatten wir mir Priestern, Debterahs und Laien ein warmes und langes Gespräch über Bilder und ihre götzendienerische Tendenz. Die Mehrheit gab die Sündlichkeit dieses Gebrauchs zu, obschon sie diese wissentliche Uebertretung des zweiten Gebots durch einige thörichte und sinnlose Entschuldigungen, wie die Unwissenheit des Volks, seine Unbekanntschaft mit der biblischen Geschichte u. s. w. zu beschönigen suchten. Unser Besuch in Avorno wurde erwiedert von achtzehn Erwachsenen und Jerusalim, ihrem Schum oder bürgerlichen Oberl,aupke des Distrikts, einem „Baal Kamees" oder Edelmann. Wir richteten viele