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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 3-4 (1862) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
3-4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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65 der Ruf von dem Zwecke unserer Reise — ich glaube daß es durch ganz Abysstnien in der Länge und Breite bekannt war, daß einige Franken gekommen wären, die Juden zu bekehren — zog sehr bald alle Bewohner des Orts, die Kinder mit eingeschkossen, welche zu Hause waren, an den Ort, wo wir uns hingelagert hatten. Nach den gebräuchlichen Begrüßungen, fragten wir sie, ob sie irgend welche Religionsbücher hätten, worauf sie antworteten: „Wir haben Moses und David". „Und," fragten wir weiter, „glaubt ihr auch an die Propheten und an Christum, von welchem alle von Gott eingegebenen Schriften zeugen?" Sie zögerten ein Weilchen und sagten dann mit furchtsamem Tone, als ob sie sich bewußt wären, daß sie eine Unwahrheit sagten: „Wir halten das Gesetz." Wir wiesen sie darauf hin, daß sie das Gesetz nicht halten könnten; noch daß es möglich sein würde, selbst wenn sie die Kraft hätten, alle Gebräuche und Verordnungen des Gesetzes zu thun und zu vollbringen, Vergebung der Sünden und Aufnahme bei Gott zu erlangen; um dies zu bewirken, sei ein weit kostbareres Opfer nöthig, als das Blut auf dem Altar im Tempel war, und sagten ihnen, daß die Christen ein solches Opfer in Christo Härten, welcher durch sein stellvertretendes Leiden die Schuld versöhnte und uns Rechtfertigung erwarb. Sie stimmten jedem Worte, das wir sagten, von Herzen bei, und beklagten nur, daß sie zu unwissend wären, all diese herrlichen Wahrheiten zu behalten. Auf unsere Frage, ob sie irgend ein Verlangen zum Lernen hätten, antworteten sie laut rufend und mit einem bittenden Ausdruck in ihren schwarzen strahlenden Augen: „O ja, o ja!" Hierauf sagten wir ihnen, daß wir auch Felaschas wären, und daß wir von Mitleid mit ihrer hilflosen und beklagenswerthen Lage bewogen über Meere und durch Wüsten, durch furchtbare Sümpfe und Wildnisse gekommen wären, ihnen die frohe Botschaft von der Gnade mitzutheilen, welche allein dem mit Schulv beladenen und bekümmerten Gewissen Frieden geben und die Seele mit Liebe zu einem, die Sünde hassenden Gotte erfüllen kann. Das Bekenntniß, daß wir Felaschas wären, machte ihnen unaussprechliche Freude; sie stierten mich an mit ihren schwarzen Augen, und gafften und gafften bis endlich ihr stilles Staunen in den Ausruf ausbrach: „Er steht in der That aus

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