Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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64 führen. Der Herr wolle Ihren Fleiß in seiner Sache gnädiglich ansehen und Ihre Bemühungen zu seinem Ruhme und zur Erleuchtung und Bekehrung seines Volkes gereichen lassen. Möge Ihnen bei Ihrem schweren Werke Geduld und Ausdauer verliehen werden, und möge jedes Samenkorn, das Sie ausstreuen, dreißig-, sechzig- und hundertfältige Frucht bringen zur Ehre Gottes unsers Vaters, und Jesu, unsers Heilandes. Amen. gez. Salame, Erzbischof und Metropolitan von Abyssinien Nachdem ich durch die Barmherzigkeit unsers himmlischen Vaters so die Zustimmung des Abuna, und auch die des Königs, zur Predigt des Evangeliums unter den Felaschas, und auch zur Errichtung einer Misston unter ihnen, wenn wir es für dienlich achteten, erlangt hatte, schickte ich durch den Colporteur Cornelius unser ganzes schweres Reisegepäck nach Genda, während wir, die Herren Bronkhorst und Flad (der Schriftvorleser des Bischofs von Jerusalem, der uns freundlich begleitete) und ich selbst nach Gondar, der Hauptstadt Abyssiniens gingen. Als wir dort anlangten gingen wir geradezu nach Kudus Gabriel, dem Stadtviertel des Abunas, und fanden in seinem eigenen Hause bei seinen Schums oder Verwaltern ein herzliches Willkommen, welche Alles für uns und unsere Abyssinier während unsers beabsichtigten Aufenthalts daselbst bereitet hatten. Da wir nun so bequem einquartirt und mit den Bedürfnissen deS Lebens versehen waren, begannen wir sofort unsere Misstonsarbeit, indem wir das Beid der Felaschas, Avorno genannt, eine Stunde süd-westlich von Gondar entfernt, besuchten. Das Dorf, welches aus ungefähr dreißig mit Stroh gedeckten Häusern und einem Mesquid (von -22 anbeten) besteht, liegt in einer fruchtbaren Ebene, reich an Wasser, und als wir dort waren, lächelten uns üppige Felder von Weizen und Bohnen entgegen. Da es den ceremoniellen Reinheitsgesctzen entgegen ist, eine Person von einem andern Glaubensbekenntniß das Haus eines Felaschas betreten zu lassen, so suchten wir hinter einer verfallenen Mauer, vie von belaubten Bäumen und Mimosagebüfchen beschattet war, Schutz vor den senkrechten Strahlen einer brennenden tropischen Sonne. Neugierde und auch