Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554720--03679-2559585- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60 erinnern, welche er vor mehreren Jahren machte und auf der er in der größten Lebensgefahr war. Eine eben so gefährliche und beschwerliche Reise hat er nun auch wieder in den Jahren 1859 und 60 gemacht. Diesmal galt es die Felaschas oder Juden in Abyssinien zu besuchen und sich von ihren Verhältnissen sowohl in religiöser, als politischer Hinsicht zu unterrichten. Er machte aber diese Reise diesmal nicht allein, sondern in Begleitung seines College«, des Missionars Bronkhorst. In dem Julihefte des „Jewisch Intelligence" vom vorigen Jahre giebt er nun einen ausführlichen Bericht sowobl über die Reise selbst, als auch über die Erfolge derselben. Wir können es uns nicht versagen, unfern Lesern diesen Bericht in seiner ganzen Länge mitzutheilen, da wir überzeugt sind, daß derselbe mit großem Interesse und Segen gelesen werden wird. Herr Stern schreibt: Im Monat April 1859, gerade am Schlüsse einer Misstonsreise durch Rumelien und Bulgarien, erhielt ich ganz unerwartet und ohne vorhergehende Andeutung eine Aufforderung, im Laufe des Jahres eine Untersuchungsreise zu den Felaschas oder Juden in Abysstnien zu machen. Da ich eine andere Reise, welche durch verschiedene Umstände von Monat zu Monat verschoben worden war, nicht aufgeben wollte, so reis'te ich in Begleitung des Herrn Barclay nach Adrianopel, und kehrte nach einem höchst interessanten Besuche der Hauptstädte in der europäischen Türkei wieder nach Konstantinopel zurück, wo ich dann die nöthigen Vorbereitungen zu der gefährlichen Reise nach Afrika traf. Die Gesellschaft erlaubte Herrn Bronkhorst mich zu begleiten, und im November machten wir uns auf den Weg nach unserer fernen Bestimmung. Ich beabsichtigte nach Massowa zu gehen, und von da durch Tigre, und über das Gebirge Simen nach Dembea, Tschelga und in die Gegenden am Tzana-See entlang, wo die meisten Felaschas wohnen. Aber diese Tour, welche unsere Reise verkürzt und die Beschwerden verringert haben würde, war ganz unmöglich, da die nordöstlichen Provinzen alle unter der HerrschaftdeSRebellenhäuptlings Agow Negousee waren. Dies veranlaßte uns den Nil hinaufzugehen, und unfern Weg durch die nubtsche Wüste und die ungesunden und rauhen Wildnisse von Sou-