Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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87 der Judenmission wie je. Wir schämen uns weder dieses Evangelii von Jesu Christo, noch zweifeln wir an der Wahrheit, daß dies allein die Kraft Gottes ist, Seelen zu bekehren und selig zu machen. „Die Verheißung einer großen Zukunft" für Israel ist nicht ein neues Mittel, das man „jetzt an die Stelle der christlichen Eregese von Bibelstellen" setzt; sondern die Mission hat von Anfang an die große Zukunft Israels ebenfalls als göttliche Lehre der heil. Schrift erkannt, festgehalten und verkündigt in Predigten und in Schriften. Es war und ist ja auch eben diese Ueberzeugung von der großen Zukunft Israels, welche die Christen vekanlaßte', eine besondere Mission für Israel zu gründen. Die Tausende in der protestantischen Kirche, die bis auf den heutigen Tag Israel für ein von Gott verworfenes und verstoßenes Volk achten, betheiligen sich ja ganz natürlich nicht an den Missionsbestrebungen für Israel, sie sind vielmehr grade ihre Feinde. Aber das kann und muß man sagen, daß diese Ueberzeuguug von der bevorstehenden allgemeinen Bekehrung Israels zu „dem KönigHRessias" und von ihrer damit in Verbindung stehenden Wiederherstellung in der protestantischen Kirche je länger desto mehr Boden gewinnt, ohne daß jedoch darum „die christliche Eregese von Bibelstellen", die den Grund und die Hauptsache in der Controverse' zwischen Judenthum und Christenthum ausmachen, aufgegeben worden wäre. Im Gegentheil ist diese Ueberzeugung eine Frucht und Folge der Eregese. Es heißt hier vielmehr, wie der König-Messias Jesus Christus in Bezug auf einen andern Gegenstand sagte: Dies sollte man thun und Jenes nicht lassen; dies, die christliche Eregese, das Evangelium von Jesu Christo, die Lehre von Buße und Glaube soll man fleißig und ohne Unterlaß treiben; aber Jenes, die große Zukunft Israels, daß ganz Israel nach dem Wort des Herrn sich bekehren und in das Land der Verheißung zurückkehren wirb, nicht unterlassen, auch zu lehren. Nicht besteht nach unserer Ueberzeugung die große Zukunft darin, daß Israel in alle Reiche der Welt zerstreut, hier einen Justiz-, dort einen Finanz-, wieder an einem andern Orte vielleicht einen Cultusminister liefert; nicht darin, daß so und so viele Juden, wie die Judenztg. so oft ausrechnet und aufzählt, in diesem Parlament, in diesen und jenen Kammern sitzen, in den Land- und Kreistagen mit- 4