Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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56 sich mit der Misstonssache beschäftigt, nie und nimmer die Juden „vorzugsweise" ihr Augenmerk gewesen sind, sondern vielmehr die Heiden. Man sehe die Missionsbestrebungen der Protestanten aller Länder an, man frage, wie viele Misstonsgesellschasten bestehen in England und Deutschland, die nur für die Heiden wirken, und dann, wie viele Gesellschaften für die Mission unter den Juden thätig sind! Man frage und sehe, wie groß und umfangreich die erster«, und dagegen wie klein die letzteren sind. Noch in den letzten Nummern dieser Blätter war davon die Rede, wie die Judenmission leider so sehr hintangesetzt wird. Df. PH. sieht die Protestanten, welche sich für die Judenmission interessiren, als die ärgsten und gefährlichsten Feinde des Judenthums an, und meint Tausende und aber Tausende verfolgen ihn mit dem furchtbaren Dinge Bekehrung. — Ueber die lügenhaften, schon unzählige Male gemachten und widerlegten Beschuldigungen von Bestechung und dergleichen lohnt eS nicht, noch ein Wort zu vvMer-en; denn wenn der Geschmack nun einmal verschieden und über denselben nicht weiter zu diSpmiren ist, was hilft es, immer von Neuem zu sagen, daß es jedenfalls ein schlechter Geschmack sei, an Lügen seine Freude zu finden? — Wenn ferner der besprochene Artikel sagt, daß die Protestanten in Betreibung der Judenmission seit einiger Zeit andre Wege eingeschlagen hätten, daß sie nämlich es nun „einmal mit Freundlichkeit nnd Schmeichelei versuchen" wollten; daß sie jetzt nicht mehr „durch die christliche Eregese von Bibelstellen zu bekehren," sondern „durch die Verheißung einer großen Zukunft" Israels zu „kirren versuchten": so find auch diese Behauptungen Früchte derselben Ignoranz oder der Lüge. Denn die Freunde und Beförderer der Juden-Mission sind weit entfernt die Wichtigkeit der christlichen Eregese von Bibelstellen in den Hintergrund zu stellen oder gar fallen zu lasten; die Lehren von der heiligen „Dreieinigkeit," von „der Erbsünde," von „der Gottheit Christi," von „der Welterlösung durch den Tod Jesus," die der Judenztg. so verhaßt und vernunftwidrig sind; die Lehre von Buße und Glauben, die Lehre, daß der Messias zur Zeit des zweiten Tempels, vor der Zerstreuung Israels kommen mußte u. s. w., diese und alle andern biblischen Lehren haben noch heute dieselbe Kraft und Wichtigkeit in