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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 3-4 (1862) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
3-4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ebenso ist er „auch der Ansicht nicht, daßdaS Judenthum seit achtzehn Jahrhunderten eigentlich todt und das Volk Israel eine conservirte Mumie sei, die bei nächster Berührung in Staub zerfallen werde, sondern im Gegentheil hält er Israel einer großen Zukunft aufbewahrt, in welcher dessen rechtes Leben erst beginnen werde" u. s. w. Es wird nun die Zukunft Israels nach Herrn Petavels Ansichten geschildert, „daß es vom Messias nach dem Lande seiner Väter zurückgeführt, Jerusalem wieder erbauen, in Frieden und Glückseligkeit daselbst wohnen und der Mittelpunkt des ganzen Menschengeschlechts sein werde." Das, meint nun Herr vr. Ph., sei „freilich nichts Neues" oder „nicht ganz neu." Aber nun fragt er, „welche Bedingung für diese Zukunft Israels" gestellt sei? Und da ist er außer sich, und sein ganzes Innere in Aufregung, daß „der Stifterder christlichen Kirche", den dieselbe als Gott anerkennt und anbetet, der König „Messias von Israel" sei und unter seiner „Anführung Israel wiederhergestellt" werden soll; ja, und „daß sich das ganze Volk taufen lasse." Das Letztere ist in vr. Ph's. Augen um so entsetzlicher, denn „um sich taufen zu lassen," sagt er, „muß man zuvor die christlichen Dogmen annehmen, vor Allem die Dreieinigkeit, die Gottheit Christi, die Welterlösung durch den Tod Jesu." Und weil denn nun „Alles auf die Taufe hinauslaufe" und man den Juden also nur „die ihnen schnurstracks widersprechenden christlichen Glaubenssätze instnuiren" will, so „ist eö" halt „immer dasselbe Spiel" wie er sagt. „Während man", fährt die Judenztg. fort, „früher uns durch Schwert und Scheiterhaufen unserm Gott abtrünnig machen wollte, will man es jetzt durch Emancipation und Bruderliebe. Nachdem insonders der Protestantismus lange versucht hat, uns durch die christliche Eregese von Bibelstellen zu bekehren, läßt er jetzt dies fallen, und will uns durch die Verheißung einer großen Zukunft kirren. ... Geht also," ruft die Judenztg. der dem Judenthum freundlich gesinnten Richtung der Protestanten zu, „wie Ihr Euch auch geriret, Ihr seid im Widerspruch mit unserer Schrift, Eure Versuche scheitern." Die andere Schrift, die dem Herrn Or. Ph. als Thatsache dient, und die ihm Veranlassung und Stoff giebt, sein Verhältniß zur pro-

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