Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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SS auf ächt pharisäische und mohamedanische Weise rechtfertigt man sich selbst; man trägt die schwere Bürde nur, „um der vorgeschriebenen Werkheiligkeit zu genügen," man meint sich den Himmel und die Seligkeit ebenso von Gott durch gewisse äußere Uebungen verdienen und erkaufen zu können, wie man sich ein Haus für einige Thaler Gelb kauft. Wenn dock wenigstens die Leute, die so schreiben, sich noch milder „schweren Bürde" des Gesetzes Gottes tragen möchten, dann würben sie erfahren, daß es in der Thal eine so schwere Bürde ist, die Niemand ertragen, d. i. erfüllen kann, und daß sie also unter dieser Bürde doch nichts erlangen, sondern daß nur der gerecht und selig wird, dem die Sünde aus Gnade vergeben ist, wie schon David sagt: „Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Miffethat nicht zurechnet." Zunächst also harmonirt die Zudenztg. mehr mit dem Rationalisten und dem Mohamedaner als mit dem protestantischen Pietisten. Nun aber „die dritte Richtung, die sich dem Judeuthum freundlich nähert und es auf jede Weise zu gewinnen sucht," findet doch auch gewiß ein liebreiches Entgegenkommen von Seiten der Juden- Zeitung, denn eine Höflichkeit erfordert ja doch die andere, und eine Freundlichkeit ist ja immer der andern werth. Weit gefehlt. Die Zudenztg. findet diese dritte „Hauptabtheilung" in der evangelischen Alliance, „insonders sind.eS die englischen und französischen Elemente dieses Vereins, welche dem Judenthum mit dem Gruß der Brüderlichkeit entgegentreten." Indem nun ein dritter Artikel in Nr. 45 sich über diese Richtung ausläßt, soll, wie es scheint, wohl auch, wie der Schluß des ersten Artikels versprach, die Anführung der Thatsachen gegeben und nachgeholt werden, als welche Thatsachen zwei Schriften genannt und besprochen werden. Der Titel der ersten Schrift ist: „Israel, Peuple de l’Avenir (Israel, das Volk der Zukunft)." ES ist „eine Rede des Predigers vr. A. F. Petavel, die er am 30. August 1855 vor der evangel. Alliance in ihrer Versammlung zu Paris gehalten" hat, aber „jetzt erst" im Druck „erscheinen ließ." Die Zudenztg. bekennt, Petavel sei „Keiner von denen, welche Israel als ein von Gott verfluchtes Geschlecht ansehen."