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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 3-4 (1862) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
3-4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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51 19. Jahrhunderts nicht klar scheint; sondern das nur der „menschengeschlechtlichen Cultür" der Gegenwart entspricht. Der „fromme Jude, der fromme Katholik, nicht minder der fromme Muhamedaner" haben mit ihren Gebeten u. s. w. u. s. w. „eine schwere Bürde zu tragen." „Was aber hat der protestantische Pietist zu thun? Wenn er jeden Sonntag eine Stunde in der Kirche war, jeden Tag etwas in der Bibel lies't, und ein Paar alte Gesangverse fingt, süßliche Phrasen im Munde führt und die Augen verdreht, so ist er fertig und kann stch seines Lebens freuen in dem stolzen Bewußtsein, nunmehr den ganzen Himmel allein und ausschließlich zu besitzen." So schreibt die Juvenztg. und wenn auch der Herausgeber derselben sich nun nicht zu den „frommen Juden" rechnen könnte, so fügt er zu seinem Tröste der eben gegebenen Schilderung der Pietisten noch hinzu: „daß selbst der lareste Jude viel mehr um seiner Religion willen trägt und thut als der Pietist, wenn er noch so fromm ist." Es ist aber nicht zu verwundern, daß grade die sogenannten Pietisten so schlecht wegkommen, da sie noch ärger sind, als der lareste Jude und als die Mohamedaner; denn es ist auch hier wieder einerseits Philippsohnsches Juventhum dem Pietismus gegenübergestellt, es ist derGegensatz in der Gesinnung: Pietät und Jmpietät; andererseits dasselbe Judenthum dem Möhamedanisckus gegenüber: Gleichheit und Uebereinstimmung der Gesinnung und des Glaubens. Beiläufig gesagt, möchten wir dabei nur erinnern, daß bekanntlich MaimonideS eine Zeitlang Mohamedaner gewesen sein soll. Man hat ihm dies aber wohl nicht so hoch angerechnet und so sehr zur Sünde gemacht, wie man thun würde, wenn er ein Christ geworden wäre. Die Verwandtschaft, die Gleichheit der Gesinnung zieht an, der Gegensatz stößt ab. Wenn auch die Judenztg. „von dem Glaubensschatz" der Religion des Juden spricht, will sie doch nichts von dem Glauben eines Abraham wissen, der ihn gerecht machte, nichts von der Seligkeit eines Jesaias, der jauchzend ausruft: „Ich freue mich im Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mich angezogen mit Kleidern des Heils, Und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet," welche Seligkeit durch den Glauben erlangt wird, wie die Schrift sagt: „der Gerechte durch den Glauben wird leben;" sondern

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