Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 3-4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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49 dtge Bedingung allmälig den Glauben an die Göttlichkeit des Stifters des Christenthums, an die Dreieinigkeit, die Erbsünde, die Erlösung u. s. w. zu instnuiren, mit einem Worte, man taucht den Abfall vom einigen Gotte in den Honig der pietistischen Salbaderei, und glaubt damit die Juden zu fangen. Wie viele Phrasen, wie viele Liebkosungen, Verstcherungen von Bruderliebe, von Bewunderung deS jüdischen Martyriums läßt man auf die Juden los, die solchen ihnen noch nie gespendeten Worten gespannt lauschen; man will sich mit ihnen vereinigen zur Bekämpfung der Unduldsamkeit, sie sind außer sich über die Mortarageschichte — aber man wird ihnen doch dafür die Kleinigkeit zu Gefallen thun, sich taufen zu lassen! . . . Nun, das müssen recht dumme Fliegen sein, die sich von solchem Leim fangen lassen; dieser Weihrauch riecht doch so abständig, daß keine feine Nasen dazu gehöre», um sich davon abzuwenden." Dieser erste Artikel schließt dann mit den Worten: „Wir wollen hierfür doch einige Thatsachen anführen." In dem zweiten Artikel, der in Nr. 40 folgt und von dem Veihältniß der Juden zur protestantischen Kirche handelt, finden wir keine Proben von diesen versprochenen Thatsachen; sondern der Schreiber geht in eine Specialisirung oder Zergliederung der protestantischen Kirche ein und sagt, „eS zeige sich bei genauer Beobachtung, daß drei Hauptfchattirungen hervortreten." Diese find nach seiner Bezeichnung: „die pietistische, die rationalistische und die dritte eine gewisse Mischart." Die beiden „Richtungen, den Pietismus und de» Rationalismus" nennt der Schreiber „entschiedene Feinde deS Judenthumö und seiner Bekenner." Dagegen heißt es von der „dritten Richtung," daß sie sich dem Judenthume freundlich nähert und es auf jede Weise zu gewinnen sucht." Wiewohl nun die Judenztg. selbst die rationalistische Richtung als einen entschiedenen Feind des Judenthums und der Juden bezeichnet, verfährt sie doch mit derselben am glimpflichsten. Es scheint hier eine gewisse Einigkeit und Brüderlichkeit obzuwalten, welche eö niacht, daß man die Feindschaft nicht so tief und schmerzlich empfindet; daher man denn auch viel eher geneigt ist Nachsicht zu üben, Schonung und Liebe zu beweisen; denn es ist doch Bein von unserm Bein, es fließt doch dasselbe Blut in den beiderseitigen Adern. „Der Jude," sagt der