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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 3-4 (1862) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
3-4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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48 wie wahr eS ist, was Herr Dr. Philippson sagt: Wir schreiten vorwärts! Nur wird wohl Niemand, der diese Artikel lies't, einen sonderlichen Fortschritt in der so hochgepriesenen jüdischen Toleranz, oder in der Wahrheit, oder in der Liede finden. Wir wollen in dem Folgenden diese gegenseitige Stellung nach der Darstellung der Juden- Zeitung unfern Lesern mittheilen. Bei Characterisirung des Verhältnisses der protestantischen Kirche zum Judenthum gesteht die Judenztg. Nr. 37, daß diese „Kirche gegen die Juden niemals mit dem Feuer und Schwert der Inquisition aufgetreten" sei; „was hingegen die bürgerliche Gleichberechtigung der Judett'oder gar die Gleichstellung des jüdischen Cultus betrifft, so stehe die protestantische Kirche mit der katholischen auf gleicher Linie." Ferner heißt es S. 528: „während die katholische Kirche ihre Propaganda zumeist nach den Ländern der Heiden und Muhamedaner, oder gegen den Protestantismus selbst wandte, hat es die protestantische vorzugsweise mit der Proselytenmacherei unter den Juden zu thun. Sie hat diese auf alle mögliche Weise versucht: auf dem Wege der Bekehrung, auf dem sie einen höchst geringen Erfolg gehabt; auf dem der Bestechung durch Belohnung an Geld, Förderungen und Unterstützungen, wo sie allerdings einen größeren, vielfach jedoch nur zweideutigen Erfolg erlangte;-endlich durch moralischen Zwang, indem der Staat eine Reihe von Carrieren den Juden auf dem Wege deS Gesetzes oder der Verwaltung verschloß, wohl auch auf ächt machiavellistische Weise, gewisse Laufbahnen den Juden öffnete, nach einigen Jahren aber wieder absprach, so daß die Jünglinge, die sich unterdeß solchen gewidmet hatten, in die grausamste Versuchung gebracht wurden... Die letztere Art von Praktiken ist uns seitens der katholischen Kirche nicht bekannt... Die ungeheuren Geldopfer der Missionsgesellschaften, insonders der englischen, die List und der staatliche Zwang richteten der Energie des JudenthumS gegenüber nichts aus... Wohlan, so versuche man es einmal mit Freundschaft und Schmeichelei! Man tritt zu den Juden mit der süßesten Liebenswürdigkeit, erklärt sie für das auserwählte Volk Gottes, für die Nation, welche dereinst an der Spitze aller Nationen stehen und von Jerusalem auS alle leiten und beherrschen solle — um ihnen als nothwen-

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