Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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33 Von einer anderen Seite ist uns eine zweite „Erwiderung" auf diesen Gegenstand zugesandt worden, die wir der Ergänzung wegen hier sogleich folgen lassen. Die Juden-Mission, eine Erwiderung auf Pastor L. Harms Erklärung über dieselbe. Gewiß haben viele Verehrer der heiligen Schrift und Freunde des alten Bundesvolkcs, welche an die demselben gegebenen Verheißungen glauben, mit Bedauern die Antwort gelesen, welche Pastor L. Harms im Augustheft seines MisstonsblatteS für 1861 auf viele an ihn gerichtete Fragen in Betreff der Judenmisston giebt, indem er in seiner Antwort die ganze von Gott einst so hoch bevorzugte und um der Väter willen (Röm. 11, 28) geliebte Nation für verworfen erklärt, die Predigt des Evangeliums unter ihr für unnütz hält, und ihre Bekehrung erst am Ende der Welt, kurz vor dem jüngsten Tage, nach der Bekehrung aller Heiden zugiebt. Pastor Harms sagt, er habe nicht Zeit gehabt, auf die Menge von Briefen, welche er erhalten, zu antworten, daher wolle er, da im Missionsblatte noch Raum sei, es nun in der Kürze «hun. Hieraus geht hervor, daß seine Antwort weder auf Gründlichkeit, noch auf eine ernste Berücksichtigung dessen, was die heil. Schrift über die Juden sagt, Anspruch macht, sowie, daß sie ohne Berücksichtigung der von Andern gemachten Erfahrungen gegeben ist, weshalb sie denn auch in mehreren Punkten der heil. Schrift geradezu zuwiderläuft. Pastor Harms sagt nämlich: „Nachdem die Juden den HErrn JEsum verworfen haben, sind sie von Ihm wieder verworfen worden. Gerade das Gegentheil aber lehrt uns der Apostel Paulus, wenn er Röm. 11, 1 die Frage aufwirft: „Hat denn Gott sein Volk verstoßen?§" und darauf antwortet: „Das sei ferne! Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches Er zuvor versehen hat." In demselben Kapitel spricht er, daß, wie die Römer einst nicht geglaubt hätten an Gott, nun aber Barmherzigkeit überkommen hätten über dem Unglauben der Juden, so auch die Juden Barmherzigkeit überkommen würden. Hier ist also von keiner Verwerfung, sondern von Erweisung der Barmherzigkeit, sowohl gegen Juden als auch Heiden die Rede 3