Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 hat man kein Herz, eine Fürbitte einzulegen. Man benutzt die lieblichsten und tröstlichsten Verheißungen, die dem Volke Israel gegeben sind, um durch diese Verheißungen für die Heidenmission Eifer und Liebe zu erwecken; aber an den Juden, von denen doch der Terl redet, die also, so zu'sagen,aufdem Wege liegen, wie jener Mensch der unter die Mörder gefallen war, geht man vorüber wie jener Levit und der Priester; man kümmert sich nicht im Geringsten um sie. Es hätte sich wahrlich einem Manne, wie Past. Harms, der bereits so viele Missionare ausgesendet hat, und der an das Beispiel des Apostels Paulus erinnert, bester geziemt, seinen Missionaren die Weisung zu geben, wie Paulus stets und überall in Fürbitte und Predigt auch des Saamens Jakobs zu gedenken, statt in seinem Misstonsblatt so öffentlich die Judenmisston für unnütz und überflüssig zu erklären, und so die Christen eigentlich vor derselben zu warnen, oder wenigstens von derselben abzumahnen. Aber HarmS sagt weiter: „Die Predigt an das Judenvolk hilft nichts, sie sind verstockt, bis die Fülle der Heiden wird eingegangen sein. Die einzelnen, die bis dahin eingehen, kommen von selbst, es ist ihnen ja auch allenthalben Gelegenheit dazu geboten. Sie leben mitten unter der Christenheit und die Kirchen stehen ihnen offen. In der Regel aber wollen sie nicht kommen; selbst da, wo sie in einer geistlich erweckten und bewegten Gemeine leben, geht das alles so spurlos an ihnen vorüber, daß nicht einmal ihre Neugierde erregt wird, zu fragen, was doch das sein mögel" Es kann genügen, die Nichtigkeit und das Jrrthümliche dieser Worte lediglich dadurch zu zeigen, daß wir fragen, ob man denn selbst die Christen, die doch schon durch die heilige Taufe in die christliche Kirche eingetreten sind, so dahin gehen, leben und sterben läßt, ohne ihnen nachzugehen und sie immer wieder und wieder, Jahr aus Jahr ein zu bitten und zu nöthigen an ihr Seelenheil zu denken? Warum wird denn in der Christenheit, und doch wohl gewiß nicht mit Unrecht, so oft und viel über Prediger geklagt, daß sie keine rechten Seelsorger sind, weil sie den „Einzelnen" nicht nachgehen? Heißen Prediger darum Pastoren, d. i. Hirten, weil sie sich um die einzelnen Seelen nicht zu bekümmern brauchen? Findet man es recht, die einzelnen Christenseelen so hingehen zu lassen, „bis sie von selbst kommen," für die doch gewiß „die