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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 1-2 (1862) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
1-2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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27 vornehmlich, und auch die Griechen?" Widerspricht nicht dies klare Zeugniß mit aller Entschiedenheit einer solchen aus der Luft gegriffenen Behauptung, der Apostel habe gewußt, daß alle seine Predigt doch nichts Helsen würde? Ist Pastor Harms Behauptung richtig, so muß des Apostels Zeugniß falsch sein; ist aber das Letztere göttliche Wahrheit, was muß die erster« fein? Wir wiederholen, daß das Perhalten des Apostels Paulus, weit entfernt, uns von der Judenmission abzumahnen, uns vielmehr aufs ernßlichste und dringendste dieselbe empfiehlt und einschärft. Es kommt aber bei dem Beispiel deg Apostels Paulus noch ein Umstand in Betracht, der in Bezug auf die Judenmission von besonderer Wichtigkeit ist, und den wir daher nicht unbeachtet lassen dürfen. Paulus war nämlich nicht eigentlich und besonders ein Apostel an die Juden, sondern an die Heiden; ihm war vertrauet, wie er Gal.?, 7 selbst schreibt, das Evangelium an die Vorhaut, gleich wie Petro das Evangelium an die Beschneidung. Wenn nun aber der Heidenapostel dennoch stets und überall, wie die oben angeführten Zeugnisse darthun, den Juden zuerst das Evangelium verkündigte, liegt dann etwa in diesem Umstande die Weisung, die Juden unberücksichtigt, sich selbst zu überlassen, vor der Judenmission zu warnen, oder muß nicht jedes Kind das grade Gegentheil darin erkennen? Uns ist es aus diesem Beispiel, das der Heidenapostel uns giebt, klar, daß nicht nur die Christenheit überhaupt sich die Judenmisston soll angelegen sein lassen, daß sie Boten zu den verlorenen Schafen des HauftS Israel sendet mit der Predigt des Evangeliums; sondern daß selbst diejenigen Missionsgeseüschaften, die sich vorzugsweise mit der Ausbreitung deS Evangeliums unter den Heiden beschäftigen, die Juden nse übersehen und vergessen, sondern ihre Missionare insbesondere anweisen sollten, die verlorenen Schafe des Hauses Israel gewissenhaft und sorgfältig zu bedenken. Es werden, Gott Lob, im deutschen Paterlande viele Missionsstunden und Missionsfeste gefeiert; viele Misstonsansprachen und Misstonsprebigten gehalten, viele Gebete für die Ausbreitung des Reiches Gottes zum Herrn gerichtet; aber es ist eine große Seltenheit, bei diesen Gelegenheiten auch nur Ein Wort zu hören, das der armen Juden gedenkt; für sie allein

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