Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 wenden, um ihren Ausspruch, ihr Urtheil zu wissen und sich demselben dann unterwerfen, statt zu der offenen Quelle deS Wortes Gottes zu gehen, um da Lehre und Unterweisung zu schöpfen. Apostg. 17, 11 heißt es von den Beroensern: „sie forschten täglich in der Schrift, ob sichs also hielte"; und der Apostel Johannis schreibt an die Gläubigen, 1. Joh. 2, 27; „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibet hei euch, und dürfet nicht, daß euch Jemand lehre, sondern wie euch die Salbung allerlei lehret, so ist es wahr und ist keine Lüge." Aber dieses Erforschen der Schrift ist dem heutigen Christenvolk fast ganz abhanden gekommen. Man begnügt sich mit einer dürftigen Kenntniß einzelner Abschnitte des neuen Testaments, und vernachlässigt es, sich mit dem Gesammtinhalt der heiligen Schrift bekannt zu machen; namentlich herrscht eine große Unbekanntschaft mit den Schriften des alten Testaments. Hat doch auch Pastor Harms in seinem Bescheide nicht ein Wort aus dem alten Testament angeführt, um seine Meinung über die Judenmisston zu erhärten. Wir können diese Versäumniß nur tief beklagen und es scheint, als werde sie ihre traurigen Folgen für die Kirche haben. — Pastor Harms ist, wie er schreibt, „in einer Menge von Briefen um die Judenmission befragt worden." Wir begrüßen dies Befragen um die Judenmisston als ein erfreuliches Zeugniß, weil aus demselben erhellt, daß diese bisher so vernachlässigte Mission je länger desto mehr die Gemüther des Volkes beschäftigt; und wenn auch Pastor Harms sich noch entschiedener gegen dieselbe erklären sollte, als er in dem Obigen gethan, so wird er schwerlich im Stande sein, die große und schwere Schuld der Christenheit gegen Israel zu leugnen und wegzuerklaren. Wir wollen nicht mit ihm rechten, ob es billig und christlich ist, daß er einen solchen Gegenstand, über den er in einer Menge von Briefen befragt worden ist, nur so ganz vorübergehend und weil „noch etwas Raum" in seinem Blatte ist, „in der Kürze" abgefertigt. Irren wir uns vielleicht, wenn wir sagen, daß schon hierin sich eine unchristliche Geringschätzung'und Verächtlichkeit der Judenmission kund giebt? lieber eine Sache „in der Kürze" so aburtheilen, ist freilich leicht, leichter als in dieselbe eingehen und sie erst untersuchen, um sich das Urtheil zu bilden und zu begründen. Das Letztere hätte sich .doch ge-