Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 sind. Dazu ist eS bekannt, daß unter 100 Einzelbekehrungen kaum eine aufrichtig ist. Wem also wirklich an der Bekehrung Israels gelegen ist, der wende sich mit ganzer Macht auf die Bekehrung der Heiden. Wenn die Fülle der Heiden eingegangen fein wird, dann wird auch Israel noch eingehen, und dann ist das Ende da. Die Träume endlich von einer Rückkehr der Juden in das gelobte Land, von einem Wiederaufbau Jerusalems, von einem judenchristlichen Reiche in Kanaan, als Mittelpunkt und Haupt der ganzen Christenheit, sind weiter nichts als Träume und geradezu der heil. Schrift entgegen. Gott bewahre uns vor Träumen und gebe uns ein besonnenes und nüchternes Herz, Er gebe uns den heilsamen Stolz, der als höchsten Ruhm, als höchste Ehre und Herrlichkeit nur das Wort kennt: ich bin ein Christ. Amen." — Daß ein Mann, wie Pastor Harms ein solches Zeugniß und Urtheil über die Judenmission hat schriftlich ablegen können, ist höchst betrübend. Ob die Judenmisston einen guten Grund hat, das hängt, Gott Lob, nicht von Urtheilen der Menschen ab, sie mögen sein, wer sie wollen. Der göttliche Befehl, der die Mission überhaupt eingesetzt, lautet: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur; und dieser allumfassende Befehl kann ja nicht weggeleugnet, nicht rückgängig gemacht, auch nicht im Geringsten erschüttert werden durch den armseligen Ausspruch irgend eines auch noch so berühmten Pastors oder Theologen. Soll aller Creatur in der ganzen Welt die Botschaft des Heils verkündigt werden, wie kann sich dann irgend ein sündiger Mensch erdreisten, zu sagen, daß die Juden ausgeschlossen sein sollen? Gehören sie etwa nicht zu den Creaturen in der Welt? — Es ist gewiß sehr gut und schön, daß einfache, schlichte Leute sich hei ihren Pastoren und Seelsorgern Raths erholen, in Dingen, die ihnen dunkel und schwer sind, sich an sie wenden, um von ihnen sich belehren zu lassen. Wer möchte sich nicht freuen über ein solches Verhältniß deS Befragens und Belehrens zwischen Pastor und Gemeindegltedern? Andererseits ist es aber auch betrübend, zu sehen, wie in unfern Tagen auch so viele redlichen Seelen, so zu sagen, nicht auf eignen Füßen stehen können und nur auf hervorragende, ausgezeichnete Männer sehen, sich an diese als besondere Autoritäten S