Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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_12_ indessen hiesigen Orts für jetzt nicht zu befürchten." Dieser Artikel zeigt den Fortschritt gegen 1853! Die Unterlassung der Beschneidüng scheint schon gar nicht mehr so selten zu sein; der „Prediger" der diese Unterlassung nicht allein billigt, sondern auch ein Gebet statt der Beschneidung verrichtet, und so den Segen Gottes dazu ersieht, wird nicht mehr an 5. Mos. 13, 9 erinnert, daß er .getödtet werden soll, es ist auch an kejne Rüge mehr zu denken. Der Prediger wird vielmehr entschuldigt, und der Berichterstatter sagt, daß die Prediger wegen Koneh ic. eine solche Zumuthung nicht immer verweigern dürften. Koneh razuz je. heißt: Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen. Man will also damit so viel sagen, der Prediger muß aus Rücksicht auf diebetreffenden, d. h. zahlenden Personen, die Unterlassung des klaren Gebotes mit einem Gebote beschönigen, weil sonst diese Mitglieder dem Judenthume ganz untreu werden, d. h. nicht mehr zahlen würden, vr. PH. hat demnach vollkommen Recht, wenn er jubelnd ausruft : Wir schreiten vorwärts! Von solchem Fortschritt nur noch ein Beispiel. In der Beilage zu Nr. 532 der Schles. Zeitung, Mittwoch den 13. November 1861, wird unter den Inseraten ein hebräisches Gedicht mitgetheilt, welches den feierlichen Einzug Sr. Maj« des Königs und die Person des Königs selbst verherrlichen soll. Das Machwerk ist laut Unterschrift: „Den königlichen Majestäten achtungsvoll gewidmet von M. Herzberg, Lehrer." Wir geben hier bloß die Uebersetzung der ersten fünf Reihen, die also lauten: „Erhebet ihr Thore eure Häupter, — daß einziehe der König der Ehre; — Wer ist dieser König der Ehre? — Der König Wilhelm, — Er ist der König der Ehre, Sela." — Jedermann wird sofort erkennen, daß diese Worte aus dem 24. Psalm genommen sind. Die hebräischen Worte des Gedichtes sind auch die Worte des PsalmS bis auf die beiden: „Der König Wilhelm." Auf .die Frage im Psalm: Wer ist derselbe König der Ehren? antwortet der Psalmist: Es ist der Herr Zebaoth, Er ist der König der Ehren, Sela. Statt der Worte also: Es ist der Herr Zebaoth, setzt der Lehrer Herzberg: „Der König Wilhelm." Ohne hier auf einen dogmatischen Streit eingehen zu dürfen, wer der in dem genannten Psalm besungene König der Ehren ist, hat der Psalmtst schon selbst klar und