Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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H hen, mit erneuerten Kräften zu arbeiten , mit Thatkraft vorzugehen, um im Ausbau des Judenthums nach dem Geiste und den Bedürfnissen unserer Zeit Bedeutendes zu leisten und Großes zu schaffen, und unsere Aufgabe zu lösen, die da ist: auf dem Boden der ununterbrochenen geschichtlichen Entwickelung ein geklärtes und der menschengeschlechtlichen Cultur entsprechendes Judenthum herznstellen". So die allg. Ztg. d. Jdth. Aber ist denn das Orthodorie? Ist das ein Judenthum, das treu-an der Schrift hält? Dies geschichtlich stch immer mehr und mehr, in dem einen Decennium so, in dem andern anders entwickelnde, der stets wechselnden menschengeschlechtlichen Cultur entsprechende Judenthum soll Orthodorie, soll biblisches Judenthum sein? Weiß man denn nicht, daß dies geschichtliche Judenthum schon längst nicht nur die Verheißungen und Weissagungen der Propheten beseitigt, Vieles Preis gegeben, Anderes der Diskussion unterworfen hat, sondern auch selbst das Gesetz Moses? Hier huldigt die Judenzeitung dem Fortschritt, der keine Autorität achtet und anerkennt, als den Zeitgeist, dort geberdet sie sich als die treueste Anhängerin der Schrift. Hier ist Dr. Ph. voll Ingrimm gegen die Anmaßungen der Protestanten, die nach seiner Meinung mit ihrer Lehre von der Dreieinigkeit der Lehre der heil. Schrift von der Einheit Gottes widersprechen; und mit der Lehre von der künftigen Wiederherstellung Israels den Verheißungen der Propheten Abbruch thun, da dieselben viel Größeres enthalten; bei andern Gelegenheiten dagegen trägt er kein Bedenken, auch ein Wort der Bibel zu ändern und die ganze lange Verwüstung deS Landes und die Zerstreuung des Volkes Israel für herrliche Gnadenerweisung GotteS und Fortentwickelung deS Judenthums zu erklären. Alles ist Orthodorie, AlleS das ist nicht im Widerspruch mit seiner heil. Schrift, sondern geschichtlich sich entwickelnde Harmonie. Nun diese von der menfchengeschlechtlichen Cultur oder Mode abhängige Orthodorie der allg. Z. d. Jdth. ist von einer andern Partei der Judenschaft, die viel eher und mit mehr Recht darauf Anspruch machen kann, orthodor zu sein, an den Pranger gestellt worden. In Mainz nämlich erscheint seit etwa 2 Jahren eine Zeitschrift unter dem Titel: „Der Israelit. Ein Ccn« tralorgan für das orthodore Judenthum. Herausg. von Dr. Lehmann