Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 jedes Wort und jeder Buchstabe sei ihm ein theures Heiligthum. Wenn er z. B. in Nr. 45, S. 642 uns Protestanten zuruft: „Während man früher uns durch Schwert und Scheiterhaufen unserem Gott abtrünnig machen wollte, will man es jetzt durch Emancipation und Bruderliebe. Nachdem tnsonders der Protestantismus lange versucht hat, uns durch die christliche Eregefe von Bibelstellen zu bekehren, läßt er jetzt dies fallen, und will uns durch die Verheißung einer großen Zukunft kirren. Aber wisset Ihr denn nicht, daß Ihr nicht im Stande seid, in Euren Schilderungen die Größe der Verheißungen zu erreichen, welche schon die Propheten vor unseren Blicken ausgebreitet haben? Aber diese Propheten stellen uns die unabweisbare Bedingung, daß wir dem einzigen Gott treu bleiben, und, wohin wir auch zerstreut wären, ihn allein anbeten; diese Propheten verkünden, daß die Völker sich zu unserm Glauben, nicht aber wir zum Glauben der Völker uns bekehren werden, bis „„wie der Ewige einzig, so seine Anbetung einzig sein wird auf der ganzen Erde!"" Gehet also; wie Ihr Euch auch geriret, Ihr seid im Widerspruch mit unserer heil. Schrift, Eure Versuche scheitern" — sollte nicht Jedermann in einer solchen Erklärung die allereinfachste, unschuldigste und reinste Orthodoxie vermuthen? Wird bei einem solchen frommen Erguß wohl Jemand denken und es für möglich halten können, das sei der Mann, der in derselben Zeitung schon wiederholt behauptet hat, daß Gott selbst den Menschen zu den Schmerzen der Prüfung aufgefordert und in seinem heil. Gesetz den Grundsatz niedergelegt habe, man müsse erst mit Herz, Vernunft und Geschichte prüfen, was vom Worte der Schrift Wahrheit sei, aber man dürfe Nichts mit einfachem Glauben hinnehmen? Sollte man es wohl glauben, daß Derjenige, der sich, wie oben erwähnt, so treu, entschieden und fest für die Verheißungen der Propheten erklärt, und mit so großer Entrüstung Alles abweist, was „im Widerspruch mit der heil. Schrift" steht, ein und derselbe Mann sei, der in der unmittelbar vorhergehenden Nr. 44, S. 627 also schreibt: „Wenn ... nicht die Orthodoxie, wohl aber die Reaktion im Judenthume todt ist, ihr Leben nur scheinbar, ihre Blitze nur Wetterleuchten, ihre Zuckungen nur galvanisch — so muß nunmehr der Aufruf an Alle und Jeden um so lebhafter erge-