Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Wir haben eS hier, als in einem „Blatt für Beleuchtung religiöser Zustände im Judenthume," besonders mit den Erscheinungen zu thun, die sich auf drtn jüdischen Gebiete kund gebest. Was sagt uns da das neue Jahr? Was für eine Antwort wird Uns auf die alte bekannte Frager Hüter, ist die Nacht schier hin? gegeben werden können? Ist vielleicht da endlich ein neues Jahr, daö gnädige Jahr des Herrn gekommen, oder ist es wenigstens stark im Anbruch? Vou Fortschritt ist auch im Judenthume viel die Rede, wenigstens bei einem Theile; denn die allg. Zeit, des Judenth. hat schon lange gejauchzt: Wir schreiten vorwärts! Bei einem andern Theile will Man noch den Stillstand. Aber der Fortschritt Jener und der Stillstand Dieser ist nach unserer Ueberzeugung noch kein frohes Zeichen des Tages Der Stillstand ist ein Stillstand in der Nacht und der Fortschritt ein Fortschritt in immer tiefere Nacht. Wir Meinen mit diesen Andeutungen die beiden Parteien; im Judenthum, die sogenannte orthodore und die Reformer, welche beiden Kläffen sich in den letzten Jahren sehr scharf in zwei verschiedene Heerlagergeschieden haben. Der Triumph, mit welchem genannte Zeitung sich selbst so oft ehrte, in welchem sie die Einigkeit des Judenthums und der Judenschaft als mächtiges Banner emporhielt und einhertrug Und bei welchem sie zugleich mit Hohn und Verachtung auf die Zersplitterung in der christl. Kirche blickte, ist nun wohl ausgefeiert. Die israelitische Bibel- Anstalt, die der Herausgeber der allg. Ztg. des Judenth., vr. Ph. damit gründete, daß er der christl. Mission und den christl. Bibelgesellschaften die gemeinsten Verfälschungen und niedrigsten Absichten andichtete, welche israelitische Bibel-Anstalt ein mächtiges Bollwerk gegen die Verbreitung der sogenannten Misstonsbibeln werden sollte und durch welche Anstalt er hoffte, sich die schönsten und herrlichsten Lorbeeren zu erwerben und aufzusetzen, ist gegen alle seine sanguinischen Hoffnungen dahinausgeschlagen, daß sie die Veranlassung geworden istihn, und zwar von Seiten der Juden, nämlich der orthodoxen, in seiner ganzen Blöße darzustellen. Er giebt sich so gern den Schein, ein orthodoxer Rabbiner und Prediger zu sein, und wenn man so manche Stellen in seiner Judenzeitung liest, so sollte man wirklich meinen, jede Erzählung der heil. Schrift nicht nur, sondern