Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 11-12 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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185 den Ohren unsers Consuls in Bucharest. Die verschiedenen europäischen Consuln nahmen sich nun der Sache an und reichten bei dem Kaimakam eine Vorstellung ein, der sich nur mit großem Widerstreben in die Sache mischte. Er schickte eine Commission hin, welche aber, anstatt der Aufregung Einhalt zu thun, dieselbe nur noch vergrößerte: Die Consuln traten wieder dazwischen und wandten sich an den Fürsten. Das Ergebniß hievon war, daß eine gemischte Commission abgesandt wurde, welche sich neun Tage mit der Vernehmung von Zeugen beschäftigte, um die wirklichen Thatsachen festzustellen. Dieser Umstand war es, welcher der Mission einen größeren und wohlthätigeren Einfluß^ auf die Gemüther der Juden durch das ganze Land verschaffte. Wir waren entschlossen den Juden zu zeigen, daß während wir ihre Vorurtheile und Lehren angriffen, wir nichts Anderes als ihr Wohl suchten — daß wir in der That ihre Freunde wären — daß wir im Geiste dessen handelten, der für sie am Kreuze bat — daß wir im Geiste des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs handelten, der in Hosea von dem Verlangen seiner Seele über seinen Sohn Ephraim redet. So nahmen wir die Sache in die Hand, boten allen Einstuß auf, den wir hatten und gewannen so viel Vertrauen bei ihnen, daß einige der einflußreichsten Personen, unter ihnen ein Banquier, zu dem Bevollmächtigten unserer geliebten Königin gingen und ihn baten, mir wenn möglich volle Vollmacht zu geben, bei der Commission in seinem Namen zu handeln. Das konnte jedoch nicht gewährt werden. Aber gemäß dem Wohlwollen des Bevollmächtigten Ihrer Britischen Majestät reiste ich mit der Commission ab und wurde in der freundlichsten Weise ausgenommen. Ich machte der Commission verschiedene Vorstellungen, wies den Trugschluß der Beschuldigungen nach, und wie gänzlich unwahr es sei, daß die Juden, welche eine so große Abneigung, ja einen Abscheu gegen Blut haben, einen Mord begangen haben könnten, um von dem Blute zu ihren Osterkuchen Gebrauch zu machen. Wir hegten die moralische Ueberzeugung, daß der Mörder des Kindes entdeckt werden würde. Die Aufregung war so groß, daß Leute in der Stadt umhergingen und sagten, jetzt sei die Frage, ob Talmud oder das Kreuz, und ein